00:00:15: Ich habe eine Freiheit gewonnen, die über alles hinausgeht was ich mir je hätte vorstellen können.
00:00:25: Es ist vielleicht nicht die allerfröhlichste leichtfüßigste Sommerfolge.
00:00:30: das grundehrliche ungefilterte Gespräch zwischen Jana Horstmann und mich über mein Leben und vor allem den vielen Tod, den ich schon gesehen habe doch auch im Wiederhören finde motivierend, motivieren im Sinn von diese Traumata.
00:00:48: Diese Wunden dürfen ganz verarbeitet und transformiert werden.
00:00:51: Am Schluss sage ich den Satz, den ihr vorhin gehört habt und auch jetzt ihm wieder hören Auch wenn ich das selbst gesagt habe damals Ich kriege Gänsehauten, denkst du ja?
00:01:03: Ja das stimmt!
00:01:04: Das ist eine Reise die ich niemandem wünsche.
00:01:08: Ich würde sie selbst aber wieder machen Wenn ich am Ende hier eben in diese Freiheit quasi herauskomme.
00:01:17: Das heißt, wir müssen nicht ein Leben lang mit diesem klaffenden Wunden unterwegs sein oder diesen Wunden die immer so ein bisschen halb verheilt bleiben.
00:01:26: Die dürfen ganz ausheilen!
00:01:30: Darum stelle ich euch heute diese Folge von I Feel You vor dem Refleur Podcast meiner lieben Kollegin Jana Horstmann In der Hoffnung, dass die eine oder andere unter euch darin auch Inspiration, Motivation vielleicht und Hoffnung findet.
00:01:48: Im Sterben meines Vaters vor etwas über einem Jahr habe ich ihn echt sehen dürfen wie sehr sich diese Angst in mir verwandelt hat.
00:01:57: Auf die Titelfrage Wie viel Tod hält ein Leben aus?
00:02:01: würde ich heute antworten Erstaunlich viel mehr als ich je gedacht
00:02:06: hatte.
00:02:12: Hallo, liebe Lila!
00:02:13: Wie schön dass du da bist.
00:02:15: Ich freue mich, dass du mit mir sprichst.
00:02:17: Danke, liebe Jana für die Einladung auch.
00:02:20: Ich freu mich, mit dir sprechen zu dürfen.
00:02:23: Sehr sehr gerne.
00:02:25: Bevor wir starten frage ich meine Gäste ja immer wie es ihnen geht.
00:02:28: Wie geht's dir heute?
00:02:33: Mir gehts ganz wunderbar.
00:02:36: Ich hatte genügend Sonne in den letzten ... Zwei, drei Tagen und jetzt, wo es wieder regnet, sehe ich davon.
00:02:46: Also du hast dich quasi noch mit der Sonne aufgeladen?
00:02:49: Ja...
00:02:51: Wie schön!
00:02:54: Wir geht's ganz gut heute Morgen auch.
00:02:59: Ich hab heut morgen schon ein bisschen geschrieben und wenn man morgens für nicht kreativ sein kann dann ist das immer ein guter Start in den Tag.
00:03:08: Das Gefühl, ich hab gerade so einen ... grade in einem guten Flow mit mir.
00:03:13: So cool!
00:03:14: Ich auch.
00:03:15: Ganz gut davor, glaub ich heute.
00:03:18: Sehr schön.
00:03:19: Ja?
00:03:19: Ich fühle ja momentan ganz viele Gespräche zum Thema Tod und Sterben im weitesten Sinne und alles was damit zusammenhängt.
00:03:30: Trauer, Tod, Sterben, Trost finden... Einsamkeit, alles was sich mit diesen Themen beschäftigt die für viele Menschen nicht ganz so einfach sind.
00:03:43: Die mit vielen Ängsten auch verbunden sind und Unsicherheiten und Verlust und ja allem was sich bei uns meistens erst mal nicht so gut anfühlt in der Magengegend.
00:03:57: Genau!
00:03:58: Alles was so unangenehm bezeichnet wird oder?
00:04:03: Ja genau, ich sag immer unliebsam.
00:04:05: Ich finde das Wort so schön und denke ja es sind halt so Gefühle die irgendwie da sind und die auch wichtig sind aber sie werden von uns halt so wenig geliebt.
00:04:13: Ja weil Sie behalten große Herausforderungen oder?
00:04:19: Voll auf jeden Fall!
00:04:20: Meine erste Frage an dich wäre hast du Angst vom Tod?
00:04:25: Das war schon immer so für mich.
00:04:26: vor meinem eigenen Tod würde ich jetzt mal sagen nein Das finde ich irgendwie gar nicht so schlimm, weil ich habe ganz stark dieses Gefühl oder dieses Vertrauen, dass das nichts Schlimmes ist.
00:04:43: Dass es irgendwie was Schönes ist und wie dieses Heimkehren oder dieses Heimen kommen, was ich jetzt schon erleben darf.
00:04:52: Dass das wie noch stärker wird mit dem Verlassen vom Körper.
00:04:57: Meine allergrößte Angst war aber immer der Tod von geliebten Menschen.
00:05:03: Das war immer schon so, dass das all die furchtbarste was ich mir vorstellen konnte.
00:05:10: Und ist es immer noch so?
00:05:11: Hast du immer noch das Gefühl, dass da immer noch einer der größten Ängste ist... ...das geliebte Menschen von dir sterben?
00:05:20: Nein!
00:05:21: Es hat sich sehr stark verändert.
00:05:24: Also ich finde es immer nicht toll logisch Aber durch alle Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt habe, sammeln musste, sammln durfte.
00:05:37: Habe ich halt wie so ... mich sehr intensiv mit dieser Angst auseinandergesetzt und diese Geschichte in meinem System von quasi verlassen werden, zurückgelassen werden und all diese ganze Plage die das mit sich zieht und hab das ja sehr gründlich auch ausheilen dürfen, sodass sich diese Angst verwandelt hat würde ich jetzt mal sagen.
00:06:10: So in eine riesengroße Freiheit zu sehen zum Beispiel ist noch nicht lange her.
00:06:16: das war irgendwie vor einem oder zwei Jahren hatte meine besten Freundin so eine Zeit in der sie ja immer wieder so Nahtoderfahrungen hatte.
00:06:30: Es war mega krass und sie wollte, zum Teil wollte sie auch gar nicht mehr leben.
00:06:35: Und ich habe mich selbst beobachtet in dieser Situation.
00:06:39: Ich war da sehr nah mit ihr unterwegs und dachte so, ah krass!
00:06:44: Du bist ja jetzt gar nicht so verstrickt in deine alten Geschichten sondern einfach präsent.
00:06:50: und da wie du halt gerade da bist
00:06:54: Magst du ein bisschen erzählen, was du für Erfahrungen gemacht hast?
00:06:59: Das was du teilen möchtest, teilst du und das was du nicht teilen möchte ist es auch voll fein.
00:07:03: Das lässt du einfach.
00:07:05: Ja ich habe da ja nicht so eine Hemmung mich zu exponieren wie du weißt.
00:07:14: Also ich hab schon sehr früh in meinem Leben sehr nah rot erlebt.
00:07:20: also ich war ich glaube ich war zehn oder elf Jahre alt.
00:07:24: Da hat meine Mutter Zwillinge bekommen und die sind viel zu früh zur Welt gekommen.
00:07:32: Und letztendlich sind beide gestorben, ich glaube das Krasseste am Ganzen war so dieses Kind.
00:07:44: Ich als Kind hatte das Gefühl ja wenn Babys zur Welt kommen dann sind sie safe also da Um diese dann zu erleben, nein das heißt gar nichts.
00:07:58: Die können immer noch wieder zurückgehen.
00:08:00: Das war mega krass!
00:08:02: Das war so eine super einschneidende Erfahrung die lange, lange nicht als das gesehen wurde was es eigentlich ist.
00:08:15: Eine krass dramatische Erfahrung oder?
00:08:19: Vielleicht war das halt einfach in den neunziger Jahren nicht die Zeit in der man ... weißt du... sich da so hingeschalt hat oder auch Unterstützung anbieten konnte.
00:08:36: Das Thema hat sich dann wirklich durchgezogen und die Mutter meiner besten Freundin ist in einem Autounfall gestorben.
00:08:45: als wir vierzehn waren, ich war natürlich auch mega nah dabei eine Freundin starb bei einer Lungen-Transplantation.
00:08:56: das war alles vor zwanzig Und dann dachte ich so, ja gut.
00:08:59: Jetzt habe ich wie meine Fair share of shit.
00:09:08: Das ist jetzt durch oder?
00:09:10: Ich fühlte mich dann so ja gut ... Ja!
00:09:13: War scheiße, aber es war jetzt durch und dann kam wie mit allergrößter Wucht das Schlimmste was ich mir vorstellen können.
00:09:24: mit Zweiunddreißig ist mein Partner, mein Verlobter mit dem ich elf Jahre zusammen war oder zwölf Jahre.
00:09:32: Ja so wie von einem Tag auf den anderen hat sich was verschoben in ihm und letztlich hatte er Suizid begangen.
00:09:43: Und das war wirklich so.
00:09:44: what the fuck?
00:09:47: Ja wirklich ein riesengroßes What The Actual Fuck!
00:09:53: Und wirklich dieses Erleben Die allergrößte Angst, die du haben kannst hat sich quasi bewahrheitet.
00:10:03: Und jetzt?
00:10:05: Krass!
00:10:08: Vielen Dank für das Teilen.
00:10:10: Ja, und echt scheiße.
00:10:17: Was du gerade gesagt hast ... Das steht dann ja einfach im Raum und das geht auch nicht weg.
00:10:23: Nein.
00:10:27: Und das war wirklich... Für mich war dieses und Jetzt Das hat wirklich ... es hat allen Platz eingenommen.
00:10:34: Also weißt du, das war so ein... Es hatte nichts anderes mehr Platz?
00:10:40: Ich hab dann ganz, ganz lange ... wie soll ich sagen?
00:10:48: Ja, ich hatte keinen Raum für irgendwas anderes!
00:10:55: Das war wirklich so okay, meine ganze Welt ist jetzt zerfallen und ich habe keine Ahnung, wie das jemals irgendwie wieder weitergehen soll.
00:11:07: Ich war da wirklich komplett zerstört, könnte man sagen.
00:11:13: Und ich hab mich da auch ... Es war verbunden mit so viel Wut.
00:11:20: oder dieses What the fuck?
00:11:22: War wütend eine Wut auf Gott und das Leben ein.
00:11:27: Fuck you all!
00:11:28: Dass ich mich gewährt hatte gegen die gut gemeinten Inputsratschläge zum Beispiel meiner Mutter, die fand ja jetzt... kannst du dich ja einfach stürzt dich in die Arbeit und sonst war es einfach so, nein, ich kann jetzt echt nicht.
00:11:45: Wie lange hat das angehalten?
00:11:47: Wie lange hattest du diesen?
00:11:48: What the fuck was jetzt Zeitraum in dem alles nichts anderes mehr ging?
00:11:56: also wo eigentlich... Wo nur das war?
00:12:01: Ich würde sagen, das waren etwa zwei Jahre Und dann hat sich's begonnen zu ändern ein bisschen mehr Platz.
00:12:09: Ja, gut schon nach einem Jahr hat sich Dinge verändert.
00:12:15: Aber trotzdem dieses Jahr und jetzt ... Weißt du auch überhaupt so diesen ... Eine Lebenslust wieder zu entdecken?
00:12:27: Weil die war weg!
00:12:28: Ich wollte doch nicht weiter.
00:12:30: Also ich wollte ja auch nicht mehr leben.
00:12:32: Was soll dich denn hier, oder?
00:12:34: Wenn wir das Gefühl haben, wenn das die Spielregeln sind, dann mache ich ihm einfach nimmer mit.
00:12:42: Ein bisschen... Das ist wie ein kleines Kind, das bei Menschen ärgere dich nicht.
00:12:46: Dann sagt ihr ne ich schmeiß jetzt das ganze Spielfeld weg und lasst mich alle in Ruhe.
00:12:52: Ja ja wirklich auch trotz oder so.
00:12:55: hey nein also wenn das das Leben ist dann könnt ihr mich alle machen.
00:13:05: Es hat sich zu Ende begonnen als ich über meine immer noch Mentorin leere den Weg diesen unmittelbaren Weg in die Stille erfahren konnte, erlernen durfte und dort sehr viel Zeit verbracht habe immer noch Verbringe.
00:13:35: Und wirklich mich dort beginnen konnte zu erholen nicht nur von diesem Ereignis sondern eben von all den Eregnissen vorher ja von diesem Leben im In den Geschichten, im Hamsterraal.
00:13:51: Im Getriebensein und so weiter.
00:14:00: Noch mal zurück zu der ... Was nun seit diesen einen bis zwei Jahren?
00:14:06: Was hast du gemacht ganz konkret in der Zeit?
00:14:09: Wo bist du?
00:14:12: Was hasst du gemacht?
00:14:13: Wohin?
00:14:14: mit der Wut und mit diesem ganzen Gefühl von ist doch alles gerade Scheiße!
00:14:23: Was habe ich gemacht?
00:14:25: Ich war überrascht, mit welchen vehement so alte Coping-Mechanismen zurückkamen wie zum Beispiel.
00:14:31: Ich habe sofort wieder zu rauchen begonnen.
00:14:36: Wirklich am Tag an dem Krieg heisst er verschwunden ist oder er ging und ich wusste nicht wo er ist.
00:14:43: Ich hab sofort Zigaretten gekauft und wieder zur Rauchung begonnen!
00:14:48: Ich habe wieder viel Alkohol getrunken.
00:14:51: Das war ein Teil von dem, was ich gemacht habe.
00:14:55: Ich war im Fall einfach wirklich ... Ich war zu Hause und hab mich in der Trauer versumpft.
00:15:07: Und so sind diese Tage durchgegangen.
00:15:09: Und ich weiß noch, ich konnte jeden Tag vielleicht etwas machen.
00:15:14: Also ich konnte vielleicht einen Spaziergang mit einer Freundin machen.
00:15:18: Das war es dann.
00:15:18: mehr ging gar nicht!
00:15:20: Ich war auch ganz körperlich völlig erledigt.
00:15:24: Ich konnte in den ersten Tagen oder Wochen kaum gehen, jeder Atemzug war so ein Riesenkraftakt und das kann man sich nicht vorstellen wenn man es selbst auch erlebt hat wie physisch diese Trauer ist dass wirklich einmal alles auf den Kopf stellt.
00:15:59: Und dann mit der Zeit ... Ich hatte irgendwann einen Schrebergarten dazu, wo ich viel Zeit verbracht hatte und dort meine Wut in den Boden gehackt habe.
00:16:16: Das war super!
00:16:17: Es war sehr heilsam für mich zu jätteln Boden umzugraben und irgendwie mit den Händen in der Erde zu sein.
00:16:29: Das war wirklich superheilsam, ja eben weil so alle Menschen waren extreme Trigger und schon nur alleine mich selbst atmen zu spüren.
00:16:45: ich weiß noch das war auch ein Riesentrigger.
00:16:49: also warum funktioniert der Atem hier wenn er dort nicht mehr ist?
00:16:56: Du warst ja quasi auch einfach selber zu viel komplett
00:17:00: von.
00:17:01: Ja, also welche die komplette Überforderung und ich habe dann versucht irgendwie Unterstützung zu finden.
00:17:11: Ich hab sehr viele Psychologinnen und Psychiater gekastet Und alle waren einfach scheiß.
00:17:20: Also weißt du irgendwie von Trinkt sie doch einfach ein Whiskey oder gönnt sich ein bisschen das Kino ablenken.
00:17:27: Ja, ich würde ja schon ... Das kann doch nicht alles sein, was ihr dazu bieten habt?
00:17:36: V.a.,
00:17:37: wenn man das dann erst mal schafft.
00:17:38: Du sagst ja, du warst in so einer körperlichen Erschöpfung auch vermutlich durch die emotionale Überforderungen und durch die Trauer, die Wut ist ja etwas unglaublich.
00:17:51: körperlich erschöpfen, das was komplett physisches auch.
00:17:55: Und
00:17:56: so wenn man die Kraft hat einmal am Tag spazieren zu gehen dann hat man nicht die Kraft abends ins Kino zu gehen überhaupt nicht.
00:18:07: Nein!
00:18:08: Das war nicht so unglaublich skillfull was ich da alles gehört habe und es war für mich auch klar.
00:18:15: oder weil die ganze Sache, weil Trauma ist eine So körperliche Angelegenheit.
00:18:23: Und das war mir klar, ich muss über den Körper ... Das ist, dass es mir helfen könnte und es kann aber nicht einfach sein.
00:18:32: Es kann nicht einfach eine Massage sein oder irgendwie so was.
00:18:34: Das wurde mir auch angeboten, das habe ich auch versucht.
00:18:38: Aber es hat einfach nicht gestimmt, oder?
00:18:45: Wo hast du die Schmerzen und die Trauer und die Wut?
00:18:50: in deinem Körper gespürt?
00:18:52: Zu Beginn nicht.
00:18:57: Also, da war kein Zugang zum Körper.
00:18:58: Ich war lange, lange ... ich war sicher diese zwei Jahre komplett dissoziiert.
00:19:05: Hatte keinen Zugang zu meinem Körper.
00:19:08: Es war wie halt ja komplett zu logisch, komplett blockiert und dann erst mit der Zeit ... spürte ich, okay ja gut dieses Herz oder natürlich das Herz ist zerstört.
00:19:28: Wo war die Wut?
00:19:31: Wahrscheinlich im Bauch würde ich jetzt sagen Ja aber das kam erst oder das kam dann erst vier später der Zugang auch wieder zum Okay Ich bin müde.
00:19:41: ah ich kann überhaupt weißt du ich kann nicht überhaupt schlafen.
00:19:44: also ich habe nicht geschlafen mega lange nicht wie auch ich hab mich gegessen ich war wieder unglaublich dünn.
00:19:53: Also eben so eine körperliche Sache ist so krass.
00:19:59: Es ist spannend, weil du sagst am Anfang konntest du überhaupt nicht spazieren oder rausgehen war es komplett erschöpft.
00:20:07: aber
00:20:08: von dem was du jetzt erzählst war dann ja die Trauer, die Wut und das spielte sich ja quasi.
00:20:12: dein Körper war erschöpt und trotzdem spielten sie sich am Anfang das noch alles im Kopf ab?
00:20:17: Absolut Ja!
00:20:20: erst in den Körper kommen musste, wieder finden musste.
00:20:24: Was dein Kopf oder deinen Gehirn so an Überforderungen ... Wo der Kopf weiß?
00:20:31: ich muss jetzt traurig sein!
00:20:33: Ich bin wütend und trauriger.
00:20:34: Es ist irgendwie alles da aber es hat sich noch nicht inkarniert quasi.
00:20:42: Ja das weiß man auch.
00:20:43: also ich habe mich dann spät extrem intensiv auch mit Traumaforschung auseinandergesetzt.
00:20:49: Ich habe eine traumasensitive Yoga-Ausbildung gemacht, weil ich über diese Selbststudie so verstanden habe wie körperlich Traumata sind und man weiß dass das ist die Reaktion vom Körper auf Traumat hat, dass du für einen Moment einfach im Kopf bist und so oder noch nicht einmal im Kopf, du bist nirgendwo ehrlich gesagt.
00:21:23: Als Schutz oder dieser Schockzustand diese Starre von ich fühle nichts, ich bin nicht hungrig, habe kein Durst, ich schlafe nicht da ist wirklich nichts.
00:21:32: ist ein Schutz davor vor diesen unglaublichen Überforderungen weil wie überlebst du das sonst?
00:21:43: Und dann erst wenn wieder ein bisschen Boden da ist, dann kann man sanfte sanfte Sanfte wieder in Richtung Körper.
00:21:54: In Richtung okay ich bin jetzt hier da kommen aber
00:21:57: fuck!
00:22:01: Das dauert?
00:22:03: Ja und es braucht wirklich viel ganz feinen Zuspruch so ganz eine eine Zuwendung die So zart ist, dass sie nicht irgendwie aufdringlich wirkt oder was will.
00:22:21: Du weißt keine ... keinen Plan hat, keine Agenda, weil sonst... Das ist wie ein verletztes Tier, oder?
00:22:31: Da kannst du auch nicht einfach hingehen und sagen, ah ja jetzt ist er wieder gut, komm mit in das Pflasterli drauf!
00:22:35: Und so, das beißt dich!
00:22:38: Das ist ... agressiv in seiner Verletzung,
00:22:41: oder?!
00:22:44: Kannst du dir selbst gut zuwenden?
00:22:46: Also vermutlich am Anfang nicht, aber ... Wann ging das wieder?
00:22:51: Wann konntest du auch vielleicht diese Freundlichkeit mit dir und deiner Verletzung haben.
00:22:58: Und deiner Trauer und der Wut und allem was da war.
00:23:03: Ich glaube so nach drei Jahren hat sich das ja vielleicht sogar früher, zwei, drei Jahre, habe ich eben über dieses Stille und über das Erholen in der Stille Vielleicht bin ich nicht unmittelbar in meiner Existenz bedroht hier.
00:23:23: Auch mit all diesem Scheiß kam dann diese Zuwendung auch wieder zu ... Ja, diese Liebe für mich selbst und dieses verletzte Tier.
00:23:39: Hast du dich davor schon gut gespürt?
00:23:45: Stimmt!
00:23:45: Das wollte ich vorhin noch einwenden oder anfügen.
00:23:49: so... komplett aus dem Körper sein und wieder eben dieses Rauchen trinken.
00:23:56: Und so weiter, das hat mich auch komplett überrascht weil ich war da schon irgendwie seit zehn Jahren als Jogi unterwegs.
00:24:07: Das war eine Überraschung dass es wie in diesem Moment nicht verhebelt.
00:24:19: Ich würde sagen Ein ziemlich guter Zugang zu meinem Körper, was da so läuft und hab den gut gespürt.
00:24:33: Ja aber eben dann in the face of this muss ich sagen fuck it.
00:24:41: Und es ist ja spannend weil dieses Rauchen und Trinken auch Mechanismen sind um sich doch wiederzuspüren also quasi von außen darauf zu reagieren.
00:24:54: Der Organismus sagt so, nee wir spüren jetzt mal gar nichts mehr.
00:24:57: Wir gehen jetzt mal rein in den Kopf weil alles andere zu sehr schmerzt und zu einer körperlichen Überforderung führen würde.
00:25:04: deswegen bleiben wir mal nur im Kopf Und dann irgendwie dieser intuitive Mechanismus zu sagen so ne ich muss aber irgendwas spülen.
00:25:12: also Also gebe ich mal beim Körper das was nicht gut ist einfach um das Nichtgute zumindest zu spünen.
00:25:22: Ja gut, ich meine der Alkohol war schon auch ein Weg um zu betäuben.
00:25:30: Das schon.
00:25:32: Aber das stimmt.
00:25:33: Ich glaube vor allem beim Rauchen hast du schon recht.
00:25:37: Es ist keine gute, aber es ist eine Option etwas zu spüren oder?
00:25:50: Und es war nicht so dass sich die Trauer die Wut nicht gespürt hat.
00:25:55: Es ist schwierig, das wirklich präzise in Worte zu fassen.
00:26:04: Du stehst vor dem Mount Everest und du weißt irgendwie ... Du musst auf die andere Seite oder ... Du muss da hoch klettern, ich weiß doch auch nicht was.
00:26:15: Und es scheint komplett unmöglich.
00:26:20: Dann sagst du gut, was machen wir denn jetzt?
00:26:24: Den Bergabtragen!
00:26:27: Ja aber wirklich ja... Wirklich.
00:26:30: Und man ist ja in so einer Situation ... Ich war ja nicht die einzige Betroffene, also in keiner von diesen Erlebnissen und vor allem nicht oder beim Tod meiner Partner.
00:26:44: Ich war nicht die Einzige, die da von betroffen war.
00:26:48: Und gleichzeitig hat das überhaupt nicht geholfen?
00:26:51: Also ich war nie alleine aber sehr einsam in diesem ... In diesem Erleben!
00:27:00: Hättest du das Gefühl der Berg steht gerade nur vor dir?
00:27:04: Ja, weil was ich sah damals war ja alle anderen die machen einfach weiter und ich fucking kann nicht.
00:27:16: Und meine Wut hat sich auch auf alle anderen Menschen übertragen.
00:27:20: Ich war so wütend auf so viele Leute eigentlich auf alle.
00:27:26: Es war wirklich schwierig.
00:27:29: Ich habe auch viele Menschen vor den Kopf gestoßen, viele Freundschaften beendet.
00:27:38: Ein paar Wochen nachdem das passiert ist, bin ich abgehauen nach Amerika für drei Monate und konnte einfach nicht.
00:27:48: Dieses ständige Spiegel von dem, was passiert ist.
00:27:51: Was ich in jedem meiner Freunde, in jedem Familienmitglied in der ganzen Stadt Zürich, oder?
00:27:58: Was ich ständig sah ... Ich war einfach so, ich kann jetzt nicht!
00:28:03: Also auch die Hrenstückweit auch die Überforderung der anderen mit der Situation und damit mit dir irgendwie umgehen zu müssen.
00:28:12: Ja ja, ich habe gemerkt das kann ja niemand kann das wirklich irgendwie Kann okay sein damit?
00:28:20: Und mit mir in meiner totalen Zerbrochenheit, da war meine damalige Yoga-Lehrerin die Einzige, die einigermaßen normal mit mir umging.
00:28:31: Ich war so dankbar – ich bin ja immer noch sehr dankbar, dass sie damals per Zufall oder eben auch nicht gerade in Zürich war.
00:28:40: Sie lebt eigentlich auf Hawaii und sie hat mich wirklich durch die ersten ... Momente durchgetragen.
00:28:52: In diesen pragmatischen einfach ... Nicht plötzlich irgendwie, genau das ist es.
00:29:00: Sie hatte keine Angst vor meinem Zerbrochen sein.
00:29:03: Das war was ich unglaublich geschätzt habe.
00:29:12: Ich hab
00:29:13: schon ein Gespräch mit einer Trauerbegleiterin geführt und die hat einen Buch ausgegeben und haben dem Buch eine kleine schwarze Schleife beigelegt Und die haben gesagt, das ist quasi so eine Trauerschleife.
00:29:24: Die Menschen, die in Trauer sind sich anheften können damit es umfeldbescheid weiß und trotzdem die Menschen ermächtigt sind zu sagen hey ihr wisst es ich habe meine traurschleife Ihr seid darüber im bilden.
00:29:40: gleichzeitig kann nicht einfach sagen wenn jemand fragt So ob du reden möchtest oder Man darüber reden soll oder auch nicht, kann ich relativ einfach sagen nee gerade nicht.
00:29:52: Und man muss sich nicht groß erklären oder man muss mich weniger erklären.
00:29:58: Das
00:29:58: ist für mich irgendwie eine ganz schöne Idee dieses wie diese Zerbrochenheit irgendwie auf so ganz kleine Art und Weise sichtbar gemacht werden kann um irgendwie vielleicht einfacher miteinander zu interagieren.
00:30:17: Also heißt nicht, dass man den anderen das irgendwie schuldig ist.
00:30:19: Sondern einfach um zu zeigen hey, früher hat man ja irgendwie die ... Hat man sehr viel äußerlicher gezeigt wenn man ein Trauer war und irgendwie eine Form von Miteinander zu schaffen oder eine Sensibilität auch fürs Gegenüber für die Zerbrochenheit des Gegenübers zu haben ohne sich wie der Elefant im Porzellanladen vielleicht aufzuführen.
00:30:45: Um mal bei dem Bild zu sein
00:30:50: Ich kann mir vorstellen, dass das etwas ist was sich viele wünschen in so einer Zeit.
00:30:55: Dass man nicht eben sich noch erklären muss weil wie gesagt es hat keinen Platz für andere.
00:31:07: ich konnte nicht auch noch irgendwie auf oder die Trauer von einer Freundin die genauso ja auch betroffen war Rücksicht nehmen oder die Mutter, das war alles so.
00:31:21: Es geht einfach nicht und da kann man sich dann eben auch noch rechtfertigen zu müssen oder ihm erklären zu müssen ist absolut ... es ist einfach zu viel!
00:31:32: Und da kann ich mir schon vorstellen dass du eine Schleife nützt.
00:31:35: und ich habe dann irgendwann wie man das früher gemacht hatte hat sich das so ergeben dass ich nur noch schwarz trug.
00:31:48: Ja, weil das alles andere fühlte sich nach Lüge an.
00:31:57: Ich finde es spannend, dass ja auch so eine Form ist von dem Innen- nach Außen und dieser Körperlichkeit wieder ... Dass körperlich wahrnehmbar zu machen was da gerade in einem los ist Und dass irgendwie auch ganzheitlich vielleicht für sich zu übernehmen In der Interaktion mit meiner Umwelt denn der Kleidung deiner eben auch total Aussage Kräftiges.
00:32:26: Ja, und es ist schon viel von nach Außentragen passiert.
00:32:29: ich habe dann irgendwie ein halbes Jahr später hab ich meinen ersten Podcast begonnen aufzugleisen, der sich nur so ums Thema okay eben was jetzt.
00:32:42: So when shit hits the fan was jetzt gedreht hatte und ich habe auch wirklich sehr viel auch auf Social Media meine Empörung, meine Wut, mein Trotz, meinen What The Fuck geteilt weil das war auch... Ich finde zwar alle scheiße Menschen und gleichzeitig weigere ich mich das alleine durchzustehen.
00:33:11: Das sollen alle, wirklich alle sollen da irgendwie auch noch etwas davon abbekommen.
00:33:17: Ihr sollt meine Wut spüren?
00:33:19: Ja!
00:33:20: Würde ich das heute wieder so machen?
00:33:22: wahrscheinlich nicht aber es war damals ja richtig.
00:33:30: Ja dein Weg einfach deinen Prozess?
00:33:35: Ja weil oder wie du... Ich glaube du hast es am Anfang gesagt Die Gesellschaft ist komplett überfordert mit dem Tod, mit Trauer.
00:33:45: Es gibt sehr wenige Menschen, die sich wohl im Angesicht von diesen Dingen fühlen.
00:33:52: Es hat sehr wenig Platz auch in der Gesellschaft dafür und das war für mich schon fast ein Politikum zu
00:34:02: finden.".
00:34:03: Und ich bin jetzt nicht leise damit.
00:34:06: Ich bin jetzt einfach laut und unangenehm, und ich störe euch alle und weiß es – und das ist mir scheißegal!
00:34:13: Das war letztlich diese unglaubliche Wut, die mich gerettet hat.
00:34:19: Weil darin steckt oder so viel Kraft.
00:34:23: Ich hätte sonst nicht
00:34:24: überlebt.".
00:34:27: Gabs irgendwann den Punkt, wo du dich wieder verbundener gefühlt hast mit den Menschen?
00:34:33: Mit der Welt?
00:34:35: wo du das Gefühl hattest, du hast vorhin davon gesprochen, dass irgendwann so diese ganz zarte Zuwendung irgendwann gekommen ist.
00:34:43: Auch zu dir selbst.
00:34:46: Hattest du irgendwann das Gefühl ... Jetzt gibt's diese zarte Zuwendung, jetzt gibt es dieses kleine Knospen auch wieder irgendwie mit den Menschen in meiner Umgebung oder mit der Welt?
00:35:02: Genau!
00:35:04: Irgendwann war da schon wieder diese Freude am Lebendigsein, am Leben.
00:35:11: Es war kein Weitermachen sondern es war wirklich ein radikaler Neubeginn für mich.
00:35:16: also weil eben ich habe so mit diesem Zerschlagen von meinem Leben das ich lebte Ich hab einfach alle Fäden aus den Händen quasi alles losgelassen mein Job Ja, meine ganze Existenz, die ich bis dahin geführt hatte.
00:35:39: Und wieso?
00:35:42: schrittlich für Schritt langsam wirklich mit ganz kleinen Schritten habe ich dann wieder alles neu zusammengebaut.
00:35:52: Es wurde wieder zusammen gebaut aber auf einem ganz anderen Fundament als es bis dahinn war und ... Mit jedem Schritt kann man auch ein bisschen mehr Lebensfreude zurück.
00:36:07: Und was für mich lange, lange wichtig war wäre wirklich die Zuwendung zu erleben von der Stille in der Stelle zu mir selbst und wie so das sich echt safe fühlen und in echte wirklich gesunde Beziehungen wiederzugehen und wirklich wieder ja sich auch zu öffnen.
00:36:31: weißt du für diese die Liebe der anderen, egal in welcher Form sie kommt.
00:36:38: Das ist erst so in den letzten vielleicht zwei, drei Jahren wieder aufgegangen.
00:36:46: Es war lange wirklich nur Gott und ich fertig.
00:36:51: Auch es hat einfach keinen Platz für was anderes!
00:36:54: Aber Gott war immer da?
00:37:03: Ich habe es nicht immer gespürt, das war nicht immer so offensichtlich wie es jetzt im Rückblick ist... Aber es war relativ schnell.
00:37:18: Ich glaube, das war sogar das Erste was ich irgendwie wieder dann spürte.
00:37:25: Lustigerweise!
00:37:27: Ich war auch lange... Hat mich so, weißt du dieses ganze... keine Ahnung... Awakening?
00:37:33: Erleuchtung?
00:37:34: Was auch immer hat mich überhaupt nicht interessiert.
00:37:37: Und ich dachte zu ja, ja... Das sind irgendwelche alten Geschichten.
00:37:41: und dann Mit dem Tod meines Partners, eben mit diesem What the actual fuck?
00:37:46: Dachte ich so ja gut jetzt.
00:37:48: Also... Jetzt steht mir das eigentlich auch zu.
00:37:57: So lustig!
00:38:01: Wirklich wissen wollen oder so ganz dringend akut existenziell wissen wollen wie ist es denn eigentlich?
00:38:08: was stimmt den wirklich?
00:38:11: Das hat mich immer schon interessiert.
00:38:13: aber die Dringlichkeit war viel größer.
00:38:17: oder mit diesem ... ja, mit diesem Erleben.
00:38:22: Hast du Antworten gefunden dadurch?
00:38:24: Ja.
00:38:27: Ja schon!
00:38:37: Wie bist du über den Berg hinweg mittlerweile?
00:38:43: Wo stehst du mit deinem Berg?
00:38:47: Ich bin in der Aue auf der anderen Seite.
00:38:57: Wieder runter.
00:38:58: Ja, es war so nach ... Ich weiß nicht wie vielen Jahren, also mittlerweile ist noch gar nicht so lange her acht Jahre jetzt dann.
00:39:07: Aber irgendwann war der Punkt auch ja gut wenn das der Weg ist durch den ich hierher komme Dann würde ich das wieder machen.
00:39:22: und das war so das Zeichen für okay.
00:39:24: Es ist diese Wunde oder dieses Trauma ist ausgeheilt.
00:39:32: Das heißt nicht, dass alles irgendwie erledigt und aufgelöstend so ist.
00:39:38: Dann kommen einfach weitere kleinere oder feinere Fäden hoch.
00:39:45: Ja aber ich bin sehr versöhnt mit dem... Mit meiner Geschichte und habe auch über all diese Arbeit in all diesen Jahren gesehen das Ich muss auch diese Geschichte so festhalten, als meine Identität zum Beispiel.
00:40:08: Also ich darf oder kann ... Ich möchte auch wirklich frei sein und nicht irgendwie da verweilen oder in diesem ... Ja, was ja so schnell und vor allem so unschuldig passiert.
00:40:26: Das Leben ist scheiße!
00:40:27: Und schau mal, was es mir alles angetan hat, sondern wie ... Ja, in diese Freiheit hineinzustehen und zu finden.
00:40:35: Okay ja gut!
00:40:38: Was stimmt denn jetzt wirklich?
00:40:40: Was will ich denn jetzt wirklich und wohin werde ich auch geführt?
00:40:47: Das hast du am Anfang gesagt.
00:40:49: Diese hohe Identifikation mit den Traumataer, mit den Wunden die wir erlebt haben da irgendwie einen gesunden Umgang damit zu finden oder zu sagen so ne Ich identifiziere mich nicht damit, aber ich stelle schon auch fest, dass das eben ein großer Teil von meinem Leben ist.
00:41:08: Und dass es natürlich auch mich in dem Sinne geprägt hat als dass ich ohne das wie du gerade gesagt hast jetzt nicht an dem Punkt stehen würde und dass vielleicht auch nachhaltig sicherlich dein Blick auf das Leben die Verletzlichkeit des Lebens und dem was an Scheiße alles passieren kann sicherlich auch nachheitlich verändert hat.
00:41:32: Ja, das ist so dieses... oder nicht einfach so tun als wäre alles rosa unicorn rainbows und glitzend.
00:41:45: Oder was ja in manchen spirituellen Praktiken oder Zirkeln oder so geschieht.
00:41:50: Einfach alles jetzt in Anführungs- und Schlusszeichen negative auszuklaumen ohne eben in dieses in diesen Stock, in dieses Identifizieren reinzufallen.
00:42:03: Das ist ein spannender Ort eine spannende Perspektive oder so.
00:42:14: ich wende mich der Wunde voll und kannst zu.
00:42:18: Ich sehe sie Und gleichzeitig schaue ich aber nicht durch deren Augen auf die Welt, oder?
00:42:30: Ja, ich glaube man darf sich auch Irgendwann wieder befreien von dieser Wunder.
00:42:35: Es ist präsent und es darf auch präsend sein, aber es darf irgendwann wieder weniger präsents sein eben wie bei so einer Zersprungenden Brille die man irgendwann abnehmen darf um in dieser Welt zu sein.
00:42:58: Das klingt ja so logisch, oder?
00:43:00: Ja, logisch wirst du nicht durch eine zersprungene Brille durchschauen.
00:43:04: Oder so?
00:43:04: das will ja niemand und gleichzeitig ist es aber so, dass ich das kenne.
00:43:08: Das ist mir so vertraut,
00:43:09: oder?!
00:43:10: Darin erkenne ich mich!
00:43:11: Da weiss ich wer' ich bin und ohne diese Brille ist sehr unbekannt Und das ist dann gar nicht so einfach oder gar nicht eben logisch oder selbstverständlich glaube ich ist das Wort dass wir diese Brille abziehen, dass wir bereit sind sie abzuziehen.
00:43:32: Weil dann bin ich komplett im Unbekannten auch wieder in der Überforderung.
00:43:40: aber es ist eine andere Überforderungen.
00:43:43: Ich glaube auch das wenn man irgendwann dann dieser Brille wieder abgenommen hat und irgendwann wieder klar sieht dann macht das ja auch was mit einem.
00:43:53: Dann verändert sich eben wieder die Sicht auf die Welt um sich rum wahrnimmt, was man vielleicht vorher über diese Brille auch gar nicht mehr wahrgenommen hat.
00:44:05: Wie ist es bei dir?
00:44:06: Wie gehst du mit deiner Vulnerabilität jetzt und hat sich etwas für dich verändert über die Jahre hinweg, die du eben mit dieser Wunde gelebt hast und über die Erfahrungen, die Du mit Deinem Schmerz gemacht hast?
00:44:23: Wie fühlt sich diese Vulneribilität jetzt an?
00:44:27: damit um, dass du diese Wunde hast und auch mit dir trägst.
00:44:32: Und wer sie dich vielleicht auch einfach verletzlicher gemacht hat?
00:44:37: Wie gehst du damit jetzt um?
00:44:39: Ich habe viel mehr... ich hab viel weniger Angst, diese Vulnerabilität auch zuzumuten, auch anderen zuzummuten und irgendwie ehrlich zu sein.
00:44:53: wenn ich merke zum Beispiel oder jetzt kommt Diese oder jene Angst zeigt sich gerade, dass ich nicht... Natürlich!
00:45:05: Man muss ja nicht alles umgefiltert immer mit der Umwelt teilen.
00:45:09: Oder einem Gegenüber quasi mitteilen.
00:45:16: Aber zum Teil ist das auch völlig angebracht zu sagen Ja, guck jetzt da, das macht das und das mit mir Und ich habe jedes Mal wenn Ich diese Vulnerabilität wirklich so in ihrer ganzen Unmittelbarkeit zugelassen habe, auch mit einem Gegenüber hat das die Beziehung mit diesem Gegenüber oder die Intimität, die Nähe auf eine unglaubliche Ebene gebracht.
00:45:47: Also es ist wirklich mega schöne Momente!
00:45:52: Auch wenn sie total unangenehm sind... Und es fühlt sich an, wie den Innerstes nach außen kehren oder deine rohe Existenz irgendwie da zu präsentieren.
00:46:12: Das fühlt mich extrem radikal an!
00:46:19: Ich glaube das ist auch so herausfordernd weil man sicher mit all dem Ganzen, der ganzen eigenen Emotionalität, der ganze Angst und dem ganzen Schmerz allem was noch in einem vorgeht, dem gegenüber ja auch zumutet.
00:46:33: Und das ist ja auch krass so.
00:46:34: also ich mute mich einem gegenüber zu mit allem auch was ich erlebt habe und Ich bin ja auch ein Stück weit angewiesen auf einen Wohlwollen von meinem Gegenüber.
00:46:46: Also ich bin darauf angewiesen dass mein Gegenüber irgendwie mir mit wohl wollen gegen übertritt
00:46:53: Ja Genau Voll.
00:47:00: Und da war für mich schon diese wiederholte Erfahrung, das Wiederholter erleben von der liebevollen Zuwendung.
00:47:07: Von Gott zu diesem Wesen lila und dadurch und auch durch das dann immer wieder deutlicher Sehen von die anderen in Anführungs- und Schlusszeichen sind nichts anderes als auch einfach Gott.
00:47:25: Darüber kam dann dieser Mut oder dass nicht weiterhin irgendwie versteckt halten zu wollen oder nicht weiterhin dieser Geschichte von?
00:47:33: es ist nicht sicher sich zuzumuten.
00:47:37: Darin stecken zu bleiben, sondern eben zu finden.
00:47:39: ja gut wir haben jetzt eine Auseinandersetzung.
00:47:43: ich weine und gleichzeitig hat's da diese Klarheit in den Worten die gesprochen werden.
00:47:50: Das ist krass!
00:47:56: Ja.
00:47:57: Es gibt eine große Freiheit.
00:47:58: Ich habe eine Freiheit gewonnen die über alles hinausgeht, was ich mir je hätte vorstellen können.
00:48:16: Liebe Lila!
00:48:17: Wir haben jetzt schon ein bisschen miteinander gesprochen und ich bin dir total dankbar für alles, was du mit mir mit uns geteilt hast, was Du hiermit geteiled hast.
00:48:31: Ich frage ja am Schluss immer noch, was die Menschen meine Gästinnen den Höhrenden mitgeben wollen.
00:48:38: also in dem Sinne auch An dich jetzt die Frage, was möchtest du den Menschen mitgeben?
00:48:43: Die vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation sind.
00:48:46: Die uns grade zuhören und dir grade zugehört haben.
00:48:52: Ja wenn jemand zuhört der sich, die sich in einer solchen Krisensituation befindet dann ist mir ganz wichtig zu sagen sei so liebevoll mit dir wie es nur geht.
00:49:05: das ist okay.
00:49:06: eben Alle Coping Mechanisms, egal was es ist.
00:49:10: Zigaretten Whiskey steht dir zu.
00:49:13: Es ist voll okay!
00:49:14: Du musst dich da nicht auch noch dafür irgendwie fertig machen.
00:49:19: Zum einen das zum anderen.
00:49:22: melde dich bei Menschen von denen du das Gefühl hast die könnten dich verstehen und sei es noch so irgendwie weit hergeholt schreib emails an alle bei denen du auch nur eine Spur wahrnimmst von, dort könnte irgendwas sein was mich unterstützen könnte.
00:49:41: Ich habe damals der ganzen Welt allen irgendwie sogenannt erleuchteten Lehren habe ich immer es geschrieben weil ich wissen wollte ja was ist denn jetzt Sache?
00:49:51: Komm an und ich finde das kann ich empfehlen.
00:49:56: wirklich so.
00:49:56: dieses nicht aufgeben im Zulassen oder suchen nach Support Und einfach einen Fuß vor den anderen, einem Atemzug nach dem Anden.
00:50:13: Mehr geht gar nicht!
00:50:16: Vielen vielen lieben Dank liebe Lila.
00:50:18: ich bin ganz selig und ganz berührt und ganz beglückt von unserem Gespräch.
00:50:23: Ich bin dir unglaublich dankbar und
00:50:25: Danke dir Janach!
00:50:27: Vielen lieben dank.
00:50:31: Wenn du dich in einer Krisensituation befindest oder deine Reise durch die Trauer teilen möchtest Meldet dich gerne direkt bei mir via atlilasjoga über Instagram oder auch via e-mail an contactatreflab.ch.
00:50:46: Du weißt, wir freuen uns immer von dir zu hören und deine Geschichten zu hören!
00:50:50: Nicht nur wir erzählen unsere sondern wir hören auch gerne zu!
00:50:57: Auf jeden Fall merci vielmals fürs Zuhören!
00:50:59: Wir hören uns wieder in zwei Wochen!
00:51:01: Bis bald, hebe es gut!
00:51:05: RefLab.