Holy Embodied: ein RefLab-Podcast

Holy Embodied: ein RefLab-Podcast

Transkript

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00:00:16: Die ziehen wir uns eigentlich an und weshalb.

00:00:20: Was sagen meine Kleider über mein Innenleben aus?

00:00:23: Und heißt, spirituell sein auf Freude an Kleidung zu verzichten?

00:00:28: Holy Embarie sagt auch ganz klar... Nein!

00:00:31: Voll nötig!

00:00:32: Du kannst total in der Stille versunken sein UND Spaß mit einer Garderobe haben.

00:00:38: Doch vielleicht nimmst du je länger, je mehr eine Veränderung war so was wie Je verbundener du mit der Präsenz bist, desto weniger sind deine Kleider ein Kostüm.

00:00:48: Diese Folge von Holy Embaried ist eines der monatlichen Gespräche zwischen Sarah Staub, der evangelisch-methodistischen Pfarrerin und Mia Lila Sutter, non duale Theologin, Journalistin und spirituelle Begleiterin.

00:01:02: Holi Embari macht ernst mit der Mystik im stinknormalen Liebe.

00:01:21: Eigentlich hattest du wunderschöne Ohrringe angezogen für unsere Aufnahme heute, doch leider klimpern die, darum hast du sie wieder abziehen müssen?

00:01:31: Aber damit sind wir eigentlich schon so.

00:01:33: tack im Kern vom Thema würde ich sagen dir gefallen auch schöne Dinge und schöne Assessorkleider usw.

00:01:41: oder es macht dir Spaß dich anzuziehen!

00:01:44: Ja Das macht mir großen Spaß.

00:01:47: Und jetzt ist es schade, dass ich diese Ohr ringe... Aber ich hab die ganze Zeit dieses Klingeln dann im Ohren und du hast das auch gehört.

00:01:52: Deswegen habe ich sie ausgezogen.

00:01:53: Ich glaube Lila, es hat sich noch ein bisschen verändert zu früher.

00:01:57: Früher habe ich mich viel mehr über meine Kleidung definiert.

00:02:01: Heute ist das weniger.

00:02:03: Und du auch?

00:02:05: Ja voll!

00:02:05: Also wenn ich so zurückschaue, dann war schon ein bisschen gemeindes über mich selbst zu sagen.

00:02:12: Aber ich glaub, es stimmt.

00:02:13: Was tut

00:02:14: sie?

00:02:15: Ein bisschen eine Barbie.

00:02:18: Ich war schon extrem auf mein Äußeres bedacht, aber auch so aus einer mega-mega Unsicherheit heraus und darauf kommen wir sicher noch darauf zu sprechen.

00:02:30: wer ist es die sich irgendwie so und so anziehen muss?

00:02:34: also weißt du ich habe also ich so zwischen zwanzig und fünf und zwanziger oder so, sechsundzwanzig war.

00:02:42: Ich habe so immer hohe Absätze angezogen und so kurze Röcke und mega schon irgendwie dann alternativ aber dennoch irgendwie so einer lustigen Vorstellung von Attraktivität entsprechen wollen.

00:03:01: das war ich und das hat sich ja mega verändert.

00:03:04: Also ich mein heute Gummelsack finde

00:03:08: Nein, nein.

00:03:10: Ich wollte gerade sagen ich habe immer noch viel Spaß an Kleidung auch wenn ich manchmal umlaufe wie der hinterletzte Hodge.

00:03:21: aber das hat mich im Fall wirklich so.

00:03:23: dieser Umzug ins Dorf hat mich da unendlich befreit.

00:03:27: also weißt du?

00:03:29: Ich merke dass jedes mal wenn ich wieder in die Stadt Zürich komme Ich wieder so ein bisschen irgendwie in dieses Fahrwasser reingeratet von, ja stimmt man muss ja irgendwie vielleicht doch ein bisschen perfekt sein.

00:03:41: Also weißt du so?

00:03:42: Auf einer äußerlichen Ebene oder auf der Ebene von Kleidung.

00:03:49: Ja aber ja heute meine Schau mal was ich heute...was ich angezogen habe.

00:03:54: Ich finde es sehr gut!

00:03:55: Da hat dieses megawalte Hemd in einer schönen Fleischkäsefarbe und dann die Die Hose!

00:04:06: Ein wandelnder Fleischkäst.

00:04:07: Nein, das sieht super

00:04:09: aus!

00:04:10: Hallo?

00:04:12: Ja aber meilenweit entfernt von der Vorstellung von Attraktivität von meinen zwanzig Jahren bin ich, weißt du?

00:04:18: Also heute ist wie so.

00:04:21: was erlaubt mir mich frei zu bewegen in einem Moment Das ist das Kriterium

00:04:28: Voll gut.

00:04:29: Aber ja Da haben wir wieder so Gemeinsamkeiten.

00:04:32: echt fühl mich total gesehen, also auch im Fleischkäse und in dem es muss bequem sein.

00:04:38: Ich habe nämlich jetzt eigentlich meinst noch

00:04:40: aufgepasst.

00:04:41: Ja unbedingt!

00:04:43: Ich hab so eine...

00:04:44: Aussogeil!

00:04:44: So

00:04:47: eine Tunica.

00:04:49: Hab ich an seine grüne luftige Tunica und ich war wirklich auch so nicht so Anfang zwanzig, also früher schon einfach sehr ästhetisch, es muss gut aussehen.

00:05:00: Es muss weiblich aussehen und zu mir passen.

00:05:02: Nicht zwingend trendig!

00:05:04: Deswegen hätte ich mich das jetzt bei dir verwundert so dieses Tussimäßige.

00:05:07: Das hätte mich sehr verwundert aber schon einen gewissen Ästhetischen einem ideal entsprechend.

00:05:15: Das hatte ich schon auch mega krass sogar.

00:05:19: Und nie ungeschminkt?

00:05:21: Ja ja genau!

00:05:27: Ich auch!

00:05:27: Ich bin nie aus dem Haus gegangen, ohne Eyeliner sogar.

00:05:31: Also weißt du nicht nur ein bisschen geschminkt sondern wirklich geschminken?

00:05:36: Ja krass!

00:05:37: Weil ich dachte immer... Ich dachte immer ohne Schminke sehe ich aus wie so eine Gemälde einer Frau aus dem fünften Jahrhundert.

00:05:45: War schön, ich meine

00:05:46: das wirst du

00:05:47: total ausgewaschen.

00:05:51: Ja, lustig.

00:05:54: Ich hab auch immer die Augen geschminkt weil ich habe schöne Augen.

00:05:57: also das darf ich einfach so sagen.

00:05:59: aber man kann sie dann eben noch betonen.

00:06:02: und es war wie ... Man muss es noch sichtbarer machen und jetzt ist es so wenn ich mich schminke ist es schon mal... Also heute hab' ich mich ganz mit ein bisschen Mascara und ganz wenig Augen.

00:06:13: denk' Das ist schon viel!

00:06:17: Hat sich auch verändert?

00:06:20: Genau.

00:06:21: Ich schminke mich ein bisschen, Mascara-Punkten.

00:06:24: Alles andere?

00:06:24: Nein!

00:06:25: Ich fühle mich dann verkleidet und vielleicht ist das wie so ein Schlüsselpunkt in diesem Gespräch, je mehr ich quasi authentisch bin und mich wohlfühle in mir selbst – für mich hat es viel mit dem Verbundensein, mit dem Moment oder mit dem Göttliche zu tun.

00:06:50: Je stärker das ist oder je präsenter ich bin, desto weniger habe ich dieses Bedürfnis mich zu verstecken hinter irgendwie eben Schminke.

00:06:57: Oder eben diesen komischen Ideal von.

00:07:02: Das ist attraktiv!

00:07:03: Das ist nicht attraktif weil wer sagt also weißt du woher kommen denn diese Regeln?

00:07:08: Wer sagt den das schon?

00:07:10: Ja vor allem wir haben ja unserem eigenen Ideal.

00:07:13: Wir sind ja dem gefolgt.

00:07:15: Also du hast gesagt es war... Ich hab so einen Alternatives Schönheitsideal habe ich entsprochen.

00:07:21: Das ist ja kein Mainstream in dem Sinne.

00:07:25: Ja, aber weißt du das war vor ein paar Jahren, dass sie mir da die Schuppen von den Augen gefallen hat?

00:07:31: Ich habe verstanden woher mein Konzept von Attraktivität oder auch eben zu diesem dummen Begriff Sexy kommt.

00:07:39: Das sind tausend Prozent aus diesen male gaze patriarchalen Umfeld also.

00:07:47: Also weißt du, dass ich das Gefühl habe eben attraktiv ist wenn man quasi meine Silhouette sieht und meine Silvette ist dann attraktive.

00:07:54: Wenn sie schlank ist.

00:07:56: Man muss sehen, dass sich eine Frau bin.

00:07:58: Das heißt, ich muss irgendwie Brüste und Po betonen.

00:08:01: Und das ist ja komplett ein Bullshit!

00:08:05: Ja eigentlich schon, ja?

00:08:08: Vor allem weil es ja niemand von dir verlangt hat in dem Sinne.

00:08:10: Dass hast du dir selbst... also nein, stimmt auch nicht ganz.

00:08:16: Es gibt ja eine Reaktion zurück.

00:08:18: Also wenn du dich so ansiehst, dann kommt deine Reaktionsrück.

00:08:21: Ich hab das lila ich habe das so krass gemerkt!

00:08:23: Ich hatte ja Haare bis zum Frühling also wirklich sehr ganz ganz lange Haare und dann habe ich die abrasiert.

00:08:29: da war ich fünfundzwanzig oder so Und es war unfassbar Da ist mir das auch wie Schuppen von den Augen.

00:08:37: Die Attraktivität hat so dermaßen abgenommen und das war wirklich... Ich bin mit dem Zug zu meinen Eltern gefahren.

00:08:43: meine Mama hat die rasiert Mit dem Zug dahin.

00:08:46: der Ein Lokführer hat mir nachgepfiffen, dann vor einem Kreisel haben die Bauarbeiter so zweimal eine Runde gedreht damit sie mich noch mal zujohlen können.

00:08:55: Dann bin ich mit diesen raspelkurzen Haaren zurück.

00:08:57: Kein Schwein hat mich angeschaut!

00:08:59: Kein Schwein!

00:09:00: Da habe ich gemerkt, aha Moment da gibt es schon noch einen gewissen... Eine Frau muss lange Haare haben, muss so und so sein und sobald sie dem nicht mehr entspricht ist das weg

00:09:12: jaa oder anders.

00:09:18: Also weiß ich meine, die Aufmerksamkeit vom Lokführer von den Bauarbeiten.

00:09:24: ist das wirklich ein Gradmesser für deine Attraktivität?

00:09:27: Nein!

00:09:28: Natürlich nicht.

00:09:29: Wahrscheinlich

00:09:30: nicht.

00:09:30: Oberflächlich Ja und eben so die Poster-Version von Sexy ist lange Haare große Brüste irgendwie enge Kleidung und so und ich mein es ist ja zumindest aus meiner Perspektive ist er furchtbar langweilig und es setzt so einen Druck auf

00:09:48: uns

00:09:49: Aber auch auf uns alle, auch die Männer sind ein Riesendruck.

00:09:53: Du musst irgendwie den Bezirks super gross sein und du musst das Sixpack haben.

00:09:58: Und ich weiss doch nicht was alles ... Das ist ja alles so bierenweich!

00:10:05: Ja vor allem mit dieser Kombination, die wir schon darüber gesprochen haben über das Alterwerten, der Zerfall der Hülle quasi... Ja, das kommt!

00:10:16: Also man bekommt diese Falten.

00:10:17: Man wird kleiner und runder.

00:10:19: Du kannst es gar nicht wirklich aufhalten.

00:10:21: beziehungsweise heutzutage kann man das wenn man sehr viel Geld hat.

00:10:25: aber die Wahrheit ist ja nicht richtig.

00:10:30: so ist das Leben nicht.

00:10:32: Nein und ich denke für jene Menschen oder jene von uns hier ein bisschen Ich würde jetzt mal sagen bewusste Präsente unterwegs sind ohne dass ihn besser oder schlechter Weißt du, so eine Hierarchie erstellen zu wollen.

00:10:46: Aber ich glaube für uns ist ja Attraktivität hat für mich wirklich überhaupt nichts mit der Umfang vom Bezirkum oder mit der Faltenfreien Stirn oder also weißt du?

00:11:00: Wirklich nicht.

00:11:01: und das war für mich ein mega befreiungsschlag.

00:11:08: auch dieses... Ich will diese Aufmerksamkeit gar nicht!

00:11:13: Das war wirklich so eine Eine, ich würde jetzt mal sagen eine tiefe Verletzung in meinem System.

00:11:18: Die meinte diese Aufmerksamkeit ist irgendwie wichtig oder die bedeutet was?

00:11:23: Oder daran eben weiß ich dass sich quasi einen Platz in der Gesellschaft habe, das ein bisschen über Spitz gesagt.

00:11:30: und dann als ich das gecheckt habe, nein es sind diese patriarchalen Strukturen, die mir einreden aus Frau brauche ich eben diese sexualisierte Aufmerksamkeit von Männern, dann hab' ich sogar mich da voll nötig.

00:11:41: weh!

00:11:42: Das will ich doch gar nicht... Weißt du?

00:11:46: Ich bin viel freier, wenn ich ohne diese Blicke zum Beispiel unterwegs bin.

00:11:52: Ich überlege jetzt gerade ob das bei mir die gleiche... Ich denke es war ein Teil der Motivation wahr Aufmerksamkeit.

00:12:00: aber ich glaube ich habe sie weniger festgemacht an männlicher Aufmerksamkeit.

00:12:03: Das war sicher auch ein Teil ganz bestimmt!

00:12:06: Aber ich glaube wir gingen immer darum ein bisschen anders zu sein.

00:12:12: Also ich wollte nicht so sein wie alle anderen.

00:12:14: Das wollte schon.

00:12:15: als Kind, ich habe mich mit zwei jährig, hab' ich mich selbst angezogen.

00:12:17: Meine Mama konnte mir keine Kleider mehr hinlegen und ich hatte wirklich einen echt wilden Stil Und das hat sich dann einfach so durchgezogen.

00:12:27: und das war meine Motivation.

00:12:28: Ich will mich abheben vom Rest!

00:12:30: Ich will nicht zu sein wie die Anderen und ich will zeigen wie unabahrt und wie speziell ich bin... ...und ich habe dann realisiert, dass war bei mir diese Moment.

00:12:41: Ich bin speziell in meinem Innern und es ist aber jeder andere Mensch auch.

00:12:46: Es gibt keinen Grund, mich abzuheben.

00:12:49: Keinen!

00:12:50: Ich bin ein banales Goetzli wie alle anderen auch und in dem eben auch nicht.

00:12:55: ich bin auch ganz speziell und ich muss das nicht äußerlich zelebrieren Das kommt aus mir heraus Und das war wirklich auch eine Befreiung

00:13:05: So dass weh quasi deine Kleidung oder auch deine Ohrringe sind Ein Ausdruck von dem was quasi in dir drin geschieht, oder?

00:13:13: Oder ist.

00:13:14: Und dann nicht so ein... Ich versuche übers Außen- oder über Äußerlichkeiten irgendwie mich besonders zu fühlen oder speziell oder so.

00:13:25: Schaut mal ich bin halt die, die.

00:13:29: Ja!

00:13:29: Es war für mich ein Abgrenzungsmerkmal.

00:13:31: meine Kleidung habe ich so angezogen um mich abzugrenzen und jetzt merke ich brauche das nicht mehr weil ich mich gar nicht mehr in dieser Abgrenzung verstehen will.

00:13:43: Ich rutsche manchmal wieder dahin zurück, ich glaube das geht nie ganz weg so.

00:13:48: aber es ist zum Beispiel jetzt ganz oft vorgekommen dass sich irgendeinen speziellen Event hatte oder so oder auch wir jetzt Podcast aufnehmen.

00:13:58: Das hätte ich früher gemacht oder für ein Event, ich hätte mir die spezielle Kleidung herausgesucht.

00:14:04: Jetzt gibt's manchmal den Moment wo ich sage naja jetzt gehe ich ganz gewöhnlich Jeans und T-Shirt.

00:14:10: Das muss jetzt reichen!

00:14:12: Und dann merke ich, es ist völlig egal was ich an habe.

00:14:16: Wenn meine Persönlichkeit im Reinen ist, dann falle ich auf, dann bekomme ich Aufmerksamkeit.

00:14:22: Voll spannend.

00:14:23: Voll?

00:14:25: Und wenn du sagst eben Kleidung als Abgrenzungsmerkmal... das ist ja auch ... wenn ich jetzt so schaue in spirituellen Traditionen zum Beispiel religiösen Traditiones, Kleidungen oftmals auch verbunden mit Abgrenzung zu anderen Gruppen oder zu anderen Religionen, auch mit verschiedenen Regeln.

00:14:45: Oder in diesem Kontext?

00:14:47: So kreidet man sich nicht.

00:14:49: Ja stimmt.

00:14:50: Hast du da

00:14:52: irgendwelche Erfahrungen mit deinen evangelikalen Tagen?

00:14:56: Es gab keine offiziellen Kleidungsregeln.

00:14:58: so aber natürlich schon als dieses Modest, wie sagt man dem auf Deutsch, anzüglich das Gegenteil halt so sehr zurückhaltend, bedeckt.

00:15:12: Bescheiden?

00:15:13: Ja und zum Beispiel ich habe früher immer sehr viel tiefen Ausschnitt getragen.

00:15:19: Ich erinnere mich meine Freundin und ich wenn wir ausgingen dann haben die manchmal gesagt da es ist Ende Monat wir haben nicht soviel Geld Sarah kannst du die Brüste mitnehmen.

00:15:29: Also wirklich voll schlimm!

00:15:31: Voll schlimm!

00:15:33: Ich bin anders heute Aber das war wirklich so.

00:15:36: Und dann hat man mir auch gesagt in der Kirche manchmal oder meine Mama hat gesagt, also das ist jetzt doch zu tief und ich muss jetzt sagen es ist ganz spannend.

00:15:47: Ich fühle mich nicht mehr so wohl heute wenn ich so tiefe Einblicke wäre weil ich merke es gibt Menschen und da sind nicht nur Männer, sondern auch Frauen.

00:15:58: Das lenkt ab, dann muss man ... Wie nicht auch so.

00:16:02: Dann schaue ich einfach ständig dahin und das will ich ja nicht.

00:16:05: Deswegen hat sich schon ein bisschen geändert.

00:16:08: Aber sonst so Kleidungsregeln?

00:16:09: Nein, es gab's eigentlich nicht!

00:16:10: Aber meine Großmutter ist ja sehr, sehr katholisch gewesen... Und sie war oft im Kloster.

00:16:15: Meine Großtante ist da eine Klosterfrau noch nicht.

00:16:18: Und das ist schon speziell, weil Sie wirklich die Haare auch bedecken und immer diese langen Gewänder tragen und so.

00:16:25: Aber ich fand das als Kind eigentlich cool.

00:16:27: Also, ich habe mir das auch schon mal überlegt.

00:16:28: vielleicht werde ich auch mal Klosterfrau aber nur wegen den Kleidern.

00:16:34: Ja also weiß ich mein Ich finde...ich kann dem schon was abgewinnen.

00:16:37: Inzwischen kann ich auch diesen Talar tragen.

00:16:40: Also nicht dass ich hier einen Talar getragen hätte aber ich verstehe warum.

00:16:44: weil eben wie du sagst es lenkt ab wenn meinen Körper quasi oder ja Körper.

00:16:52: Doch, wenn mein Körper zum Teil zusichtbar ist dann lenkt es ab und das tut nichts zu Sache.

00:16:57: Also es ist wie so...

00:16:59: Ja?

00:17:01: Niemand gewinnt dabei!

00:17:04: Ich finde

00:17:04: vielleicht das kleine gierige Tier irgendwo gewinnte was.

00:17:09: Aber sonst geht ja um den Inhalt, also weißt du wenn ich z.B.

00:17:14: unterrichte Es ist vielleicht nicht mehr so ein bewusster Gedanke.

00:17:20: Aber dann ziehe ich auch, also gut jetzt habe ich die sackigen Kleider angezogen aber ja einfach sowas wo ich mich bewegen kann ohne mir irgendwie überlegen zu müssen ob mir jemand zu lang aufs Fülle schaut oder so weißt du und das finde ich mega mega mega angenehm ohne dabei in so einen Gegenteil zu fallen, eben von man muss sich immer bedecken und es ist wichtig dass du ja nie irgendwas von meinem körper siehst.

00:17:49: nein ich meine ich finde meinen körper großartig aber der zugang dazu ist etwas privater geworden.

00:17:56: Ich find das macht so viel Sinn.

00:17:59: ich finde vor allem ich habe jetzt durch halt das praktikum also wie koriat usw.

00:18:03: auch noch mehr ein tieferes verständnis für liturgie bekommen Und das ist ein Teil der Liturgie und ich denke, dass es sehr ähnlich wie in deinem Job eigentlich.

00:18:14: Du führst in diesem Moment die Menschen, die dir zuhören, die sich dir anvertrauen, die fühlst du durch so eine spirituelle, so ein Erlebnis, so eine spirituale Nähe und du wirst quasi zu einem Werkzeug.

00:18:29: also du bist schon noch du!

00:18:30: Es ist wichtig, dass du lila bist aber trotzdem Ich soll mich auch gebrauchen lassen und es geht nicht um mich als Sarah, ich stehe nicht als ich da vorne.

00:18:40: Natürlich trotzdem irgendwie aber ich soll nicht ablenken mit mir sondern ich soll eigentlich eine... also ist ganz seine sanfte ruhige Art und deswegen ja dieser schwarze Zalar zum Beispiel weil du in diesem Moment bist noch du aber du bist nicht als deine Person da im Vordergrund sondern du stehst da als jemand der die Menschen begleitet auf dieser Weise zu Gott irgendwie.

00:19:05: Macht das jetzt Sinn?

00:19:06: Doch, doch!

00:19:07: Das hat Pierre Stutz mit dem ich vor kurzem ein Interview gemacht habe für diesen Podcast von Holly & Barditt gesagt.

00:19:14: Diese Momente wo du bist ganz präsent und weg.

00:19:17: Ja, ja.

00:19:19: Und das ist also erstens superheilig.

00:19:20: und zweitens wenn es dort so eine Spur von Ich drin hat dann wird's Murky ein bisschen getrübt und ich meine das jetzt nicht, du musst mega aufpassen.

00:19:30: Du darfst ja nicht da sein aber...

00:19:33: Ich habe jetzt über, ist es das Ego?

00:19:34: Vielleicht ist es dass Ego wenn dein Ego zu zweier vorne steht also meine frürige Sarah und da falle ich immer noch ab und zu rein.

00:19:43: Ich möchte gesehen werden!

00:19:44: Ich möchte besonders sein, ich möchte anders sein dieses und wenn diese Sarah vorne steht dann blockiere ich eigentlich den Zugang zu meinem Waren selbst, zum göttlichen, zu den Mitmenschen.

00:19:56: Das ist das wahrscheinlich?

00:19:57: Genau ganz genau dann kommt es nicht mehr so vadergrad klar durch oder?

00:20:03: Und diese Sarah ist ja auch eine verletzte Sarah.

00:20:06: also wenn meine ich kann nichts und ich bin komplett unfähig lila da ist das ist deine Verletzung Da hat es keine Wahrheit drin.

00:20:16: Niemand gewinnt, wenn sie dann da vorne steht und irgendwie versuchen will sich zu beweisen.

00:20:21: Ego-Show!

00:20:22: Nur grusig?

00:20:23: Ja, Ego Show aber so auf eine... Das kann extrem subtil sein.

00:20:28: weißt du also das muss nicht ego nicht im Sinne von höh ich bin so geil oder sondern Ego im Sinn von eben zu diesen kleinen verletzten Anteilen.

00:20:41: in uns sieht man das Gefühl haben, ja wenn ich mich jetzt nur genug anstrengen oder eben wenn ich nur genug attraktiv und sexy bin dann bin ich geliebt oder angenommen oder whatever.

00:20:53: Das dient der Sache überhaupt nicht also wirklich zero.

00:21:00: Ich finde es so spannend.

00:21:01: meine beste Freundin Daniela hat mir kürzlich erzählt sie ist eine Opensängerin klassische Sängerin

00:21:07: Wow!

00:21:07: Ja, sie ist sehr talentiert.

00:21:09: Daniela Stoll heißt sie.

00:21:11: Wenn jemand mal hören will...

00:21:13: Hoi Daniela

00:21:15: Und Sie hat mir das gesagt, dass sie ja in der Klassik genauso ist.

00:21:19: Die sind ja immer sehr ... Du bist zurückhaltend eigentlich.

00:21:22: Also gerade in der Symphonie.

00:21:25: Sie sind alle sehr schlicht angezogen weil es geht nicht um den Menschen der da spielt oder singt sondern es geht um das Stück Es geht um die Musik und diese Verbindung die da erschaffen wird Und alles, was ablenkt, das stört diese Verbindung.

00:21:40: Das fand ich so stark!

00:21:41: Ich merke es bei mir auch, wenn ich als Sarah präsent bin, dann wirkt das und dann ist es egal, was ich anziehe.

00:21:49: Dann kann ich wirklich in den Gummelsack kommen – da spielt das keine Rolle.

00:21:52: Umgekehrt, wenn man so präsend ist bei mir und mich schön anzieht, dann wird es natürlich noch toller.

00:21:59: aber ich will Aufmerksamkeit, ich will dies nicht aus diesem Gefühl

00:22:04: entstehen.".

00:22:07: Witzig bei uns beiden ist aber auch, wir sind relativ auffällig tätowiert.

00:22:14: Also du glaubst noch ein bisschen mehr als ich?

00:22:17: Das löst ja auch einige Reaktionen aus!

00:22:19: Ich habe letztens mein Auto zu einem Mech gebracht und der meinte dann so, ahja trinkst du noch einen Bier mit mir?

00:22:33: Nein, ich trinke keinen Alkohol Du bist eine tätowierte Frau, was meinst du?

00:22:40: Du trinkst nichts.

00:22:41: So ja das eine hat mit dem anderen wirklich überhaupt nichts zu tun aber dennoch so in denn Das Klischee oder der Stereotyp ist okay sie sieht so und so aus dass heißt das und das Und das kann ja dann zum Teil auch Wahrscheinlich ablenken.

00:22:58: Oder wenn jemand an allzu sehr mit meinen Tätowierungen beschäftigt ist dann lenkt es ab nicht

00:23:04: Ja, vielleicht auch eben.

00:23:05: Deswegen weiß ich viele Menschen tätowieren lassen aufgrund von Ich möchte Aufmerksamkeit oder ich möchte... Also das ist wahrscheinlich nicht mal ganz so sichtbar aber bei mir war das ganz bestimmt... Am Anfang habe ich es genau so angefangen also dieses rebellierende Ich möchte anders sein.

00:23:22: Das war mein Grund.

00:23:24: Ich hab's natürlich nie so gesagt, dass sag' ich jetzt Und ich merke Haberilla, ich neige ja auch dazu Menschen so einzuteilen.

00:23:31: Also ich habe jemals... Ja, ja

00:23:32: klar!

00:23:34: ...kennengelernt und dann hat diese Person sich so ein bisschen schnöselig angezogen.

00:23:38: Ich habe gedacht, mein Gott okay, so einen Schnösel?

00:23:41: Nein, da mag ich überhaupt nichts.

00:23:45: Was

00:23:45: heisst für dich schnöselig?

00:23:48: Fast Anzug und irgendwie noch da... Und das haben so einen normalen Hundskumpf-Poschettlinon.

00:23:54: Das

00:23:56: ist mit Dienstag.

00:23:57: Es ist schon gerade ein bisschen krass.

00:24:00: Und nicht so ist ein Banker, sondern halt ja schreck.

00:24:04: Aber das heißt nichts.

00:24:05: also da dahinter schauen oder eben jetzt bei dir hinter diese Tattoos zu schauen.

00:24:10: Das ist manchmal schon nicht so.

00:24:11: Also Kleidung und Äußerlichkeit kann ja auch etwas verbergen?

00:24:16: Ja genau ich kann es ja wie als Schutz oder als Kostüm quasi anziehen.

00:24:23: Ja logisch!

00:24:25: Lila ich erinnere mich an einen Text den du vor... Keine Ahnung, vor wie vielen Jahren geschrieben hast du auf Reflab über genau dieses Thema Überkleidung.

00:24:34: Und ich weiß noch, ich durfte den die Kacheln gestalten für Instagram und habe ihn deswegen früher aus alle anderen lesen dürfen und er hat mir wirklich Eindruck gemacht.

00:24:44: Ich hab dich da noch nicht gekannt aber ich habe gedacht Ja!

00:24:47: Ich fühle mich so gesehen in dem Du hast geschrieben über diese quasi das Wallende, diese Kleidung die dich umschmeichelt aber eben nicht mehr so definiert in dem Sinne dass dir viel mehr Freiheit gibt irgendwie so.

00:25:00: Magst du sich noch erinnern an diesen Text?

00:25:02: Ja voll!

00:25:03: Das war wie der Text aus dieser Einsicht entstanden ist von Ashit mein Verständnis von Attraktivität und ich muss diese Aufmerksamkeit haben... schräg und eben.

00:25:19: es kommt also eine Verletzung heraus.

00:25:22: Und ich will das gar nicht, die Entdeckung von eben... Ich glaube mein ganzer Kleiderschrank hat sich ziemlich so vom einen Tag auf den anderen geändert!

00:25:33: Und dass der Text ist daraus entstanden in demnso aus diesem Merken von hey, da gibt mir so viel mehr.. Ich kann mich so viel freier bewegen in der Welt wenn ich nicht ja mit den zu kurzen Hosen rumlaufe Und da ja halt angestarrt wäre.

00:25:51: und weißt du ich habe schon, es gab eine Zeit lang wo ich das extrem befreiend fand.

00:25:57: Wo ich es extrem befreiend fand sehr wenig anzuziehen und es ist mir scheissegal ob ich jetzt irgendwie... Ich würde sagen es ist wie dünnig bin.

00:26:07: Das war früher wichtig für mich.

00:26:09: so Du musst schlank sein wenn du kurze Hosen anziehen.

00:26:14: Oder du musst irgendwie ein bisschen dünn sein, damit du was weiss ich den Bauch zeigen kannst oder so.

00:26:19: und das war für einen kurzen Moment war es auch befreiendes von hey fuck it!

00:26:24: Ich habe diesen Körper und der ist wunderbar und er darf auch gesehen werden.

00:26:31: aber es kam dann wie ja das war eine Entwicklung zum hin zu.

00:26:36: nein im Fall eigentlich ist mir viel wöhler wenn da nicht so viele Menschen irgendwie involviert sind.

00:26:45: Weißt du, wie ich meine?

00:26:47: Ich kenne das Gefühl von... Ich hatte früher immer sehr Mühe mit meinen Beinen durch das Edeus.

00:26:52: Ich habe wirklich hässliche Beine.

00:26:55: Das stimmt eben nicht!

00:26:55: Ich hab keine hässlichen Beine, ich hab das gedacht.

00:26:58: Ich hab viele Narben und Necki ab und Verletzungen ... Und dann habe ich auch, ich hab praktisch nie kurze Hosen getragen.

00:27:07: Diese Hotpants oder so.

00:27:09: Es war immer bis zum Knie, musste das schon gehen.

00:27:11: Ich habe auch eine Zeit als Teenagerin keine Bikinis getragen weil ich war auch nicht zufrieden mit meinem Körper und das finde ich jetzt okay, weil Bikini ja sowieso fragwürdig ist, wieso müssen die Mädchen so kurze knappe Sachen tragen?

00:27:24: Die Jungs dürfen lange... Ja ok!

00:27:26: Genau.

00:27:28: Aber hab dann auch Eigentlich jetzt in den letzten vielleicht sechs, sieben Jahren angefangen auch ganz kurze Hosen zu tragen.

00:27:36: Aber eben ich glaube die Motivation ist so... Ich will das machen und nicht ich tue es um!

00:27:42: So, ich glaube das ist der Unterschied.

00:27:45: Ja ja, also ja.

00:27:47: Und auch da vielleicht nochmal eine Revidierung.

00:27:50: Es ist auch okay mal etwas anzuziehen mit einem gewissen Zweck.

00:27:55: Also an ein Bewerbungsgespräch ziehe ich mich auch entsprechend an, das ist völlig verständlich.

00:27:59: An eine Beerdigung gehe ich ganz bestimmt nicht halbnackt oder so.

00:28:04: Also ich finde es ist ja okay und wenn ich einen Date habe dann ziehe sich ganz bestimmt etwas an wo ich weiß darin sehe ich gut aus.

00:28:11: also ich finde dass darf ja auch sein.

00:28:13: aber vielleicht wenn zu diese permanente immer gegen außen immer gegen das ist vielleicht das Ding.

00:28:21: Ja, aber das Perfide daran finde ich ist schon.

00:28:24: Es kann unglaublich subtil sein.

00:28:26: also weiß du dass es nicht bewusst... Ich war mir nicht bewusst eben dass sich diese ultra kurzen Hosen zum Beispiel anziehe weil da irgendwas in mir glaubt blablabla überhaupt nicht!

00:28:38: Das war für mich schon so.. Ich verstand das als ein Akt der Emanzipation.

00:28:47: Und

00:28:48: das wird ja auch so Verkauft, jetzt muss ich aufpassen.

00:28:51: Wie ich das formulieren kann?

00:28:52: Jetzt

00:28:53: wird zuhörig tricky!

00:28:57: Aber es hat ja schon auch etwas Perfides, wie du sagst, weil... Ja, das ist feministisch Ich darf tragen was ich will Und das stimmt.

00:29:07: Ja, ich darf trage was ich wil aber aus welchen Gründen trage ich was ich Will?

00:29:12: Also ich finde, dass ist doch vielleicht die wahre Frage

00:29:17: Ja, aber eben da braucht es einen.

00:29:22: Was heißt da braucht es?

00:29:23: Immer das ist dann gar nicht so einfach, dass wirklich so klar zu sehen okay wer findet denn jetzt keine Ahnung?

00:29:31: die super knappe Badehose.

00:29:33: Wer ist denn das jetzt von mir quasi, die das will und ich finde das ist echt nicht so...

00:29:42: Nicht

00:29:42: so einfach!

00:29:43: Und ja inzwischen bin ich da schon etwas man könnte sagen konservativer.

00:29:49: Das wäre nicht das Wort was ich eigentlich dafür brauche.

00:29:54: Ja, aber ich sehe das wirklich anders.

00:29:56: Mein Gedankengang war dann auch so, es ist doch scheißegal wenn's glotzt.

00:30:01: Ich bin nicht verantwortlich für diese Blicke.

00:30:07: Und?

00:30:07: Oder ist quasi diese Aufmerksamkeit die Energie, die ich auf mich lenken möchte... Nein, eigentlich nicht.

00:30:14: Ja ich würde sagen bei mir ist es auch einfach die Praktikabilität.

00:30:18: also ganz ehrlich so ein dünner Schlüpper bei einem Bikini sorry wenn der mich nicht mal alles zudeckt und ich dann ins Wasser gehe und wieder rauskomme und das Gefühl habe ja jetzt schaut da alles raus was nicht rausschauen sollte Das ist ja auch nicht zu geil.

00:30:33: Also es geht ja auch um... eben fühle ich mich wohl kann ich mich bewegen.

00:30:39: Und ganz ehrlich, ein Badeanzug ist wirklich manchmal einfach bequemer und dann zieht diesen Badeanzug an.

00:30:45: Ja oder so diese Surf-Shorts?

00:30:47: Genau.

00:30:49: Ich fand das letzte Mal habe ich gesehen bei den Handballerinnen war es glaube ich die Männer haben das angezogen was die Beachvolle Ballerinnen Beachvollen Ball wars sonst tragen müssen und sie durften die Männerkleidung tragen und das war ja so unfassbar offensichtlich dass da einfach etwas verkehrt läuft Mal abgesehen davon, dass wenn du natürlich männliche Genitalien hast das sowieso ein bisschen knapper wird.

00:31:11: Ja und da hat es schon auch viel damit zu tun weiblich-männlich dieses Materialchale was du gesagt hast.

00:31:16: aber deswegen sage ich sich komm eigentlich darauf... Es gibt auch für Männer solche komischen Kleidungsvorschriftsnormen also dass Männer zum Beispiel keine Röcke tragen dürfen Das gilt Aber es gibt doch bestimmt Männer die gerne Röcken tragen würden.

00:31:36: Ja, also wenn es heiß ist.

00:31:37: Es ist ja viel angenehmer so

00:31:39: ein bisschen luftig.

00:31:48: Ich finde das verrückt.

00:31:49: wie tief diese was sind das gender normen

00:31:53: oder so Wahrscheinlich wie

00:31:55: tief dass das da verankert ist.

00:31:58: und ich finde da finde ich wirklich die jensee super inspirieren und ich bin jedes mal mega mega mega glücklich wenn ich diese Jungen, Frauen und Männern und nonminären Menschen sehen.

00:32:12: Und denkst so ja geil!

00:32:14: Ich weiß nicht auf den ersten Blick bist du was bist du?

00:32:17: Ich weiß es nicht und ich finde das supergeil.

00:32:19: So diese Oversized Unisex... Mir gefällt das.

00:32:24: Ich find das so angenehm und ich bin manchmal wenn ich hier im Tessin abends irgendwo bin dann sehe ich die sagen mal in Anführungs- und Schlusszeichen normalen Tessiner Jugendlichen Was ich da sehe, da wird es mir schlecht.

00:32:38: Also wirklich die jungen Frauen wie die angezogen sind meine Güte!

00:32:44: Meine Güte.

00:32:45: also echt im kurzen Rock gibt's nicht das findest du nirgends mehr.

00:32:51: irgendwie Make-up kannst Du nicht auf dein Gesicht pflasten.

00:32:54: Das machen wir.

00:32:56: Das macht mir echt weh inzwischen.

00:32:58: Und dann daneben eben die anderen, vielleicht sind sie ein bisschen alternativer?

00:33:03: Vielleicht keine Ahnung.

00:33:04: haben Sie mehr Kontakt mit dem Rest der Schweiz oder dem resten Welt?

00:33:12: Wobei ich jetzt da vielleicht sagen würde Ich bin doch sehr individualistisch und ich habe das Gefühl die Welt wäre das auch.

00:33:19: aber es zeigt sich nicht und gerade in der Kleidung in den jüngeren Generationen finde sieht man das schon sehr stark.

00:33:27: Es ist sehr uniformiert, es ist sehr gleich, sehr ähnliche Farben.

00:33:32: Jetzt hat ja lange dieses Bäsch und Vanille und so diese Erdtöne waren innen.

00:33:37: jetzt gibt es, jetzt sind Farben innen und jetzt sind alle plötzlich farbig angezogen.

00:33:41: aber es ist wieder eine gewisse Uniformierung darin.

00:33:46: Das würde ich jetzt hinterfragen weil für mich ist Kleidung schon auch ein Ausdruck meiner Individualität.

00:33:52: Ich feier, dass ich hab.

00:33:53: im Januar waren wir im Grillieren in Wald und es war bitter kalt.

00:33:57: Und da waren zwei junge Menschen am Feuer und die haben ganz wie früher so verrissene Hosen und Patches überall draufgemalt, Pießzeichen, Antifa, Zeugenzachen, farbige Haare... ...und ich fand das so cool zu sehen, das gibt's noch!

00:34:12: Das gibt's nach und dann habe ich ihnen das gesagt, euch siehts so cool aus.

00:34:16: Da hat sich jetzt eine kleine Verbindung hergestellt daraus

00:34:20: Und

00:34:21: das gibt es schon weniger, habe ich das Gefühl.

00:34:24: Also Kleidung ist schon uninformiert und ich finde auch die Jungen sehen aus wie die Erwachsenen.

00:34:29: Das war bei uns nicht so.

00:34:31: Wir haben uns ... also ich weiß nicht was bei dir auch so.

00:34:34: Dass wir ausgesehen sind?

00:34:35: Nein!

00:34:35: Ich glaube wir wollten aber ist sich das nicht auch wieder am Ende?

00:34:38: Ebenso wenn ich jetzt an diese Gruppe von den Jungen denke, die ich letztendlich gesehen hab mit den lustigen Frisuren weißt du dem super kurzen Pony eine Anlehnung an Mallet, an Fokuhila mit diesen megawalten kurzen Hosen und diesen Basketball-Shirts.

00:34:58: Die sehen ja nicht aus wie die Erwachsenen.

00:35:01: Aber

00:35:01: ich weiß was du meinst!

00:35:03: Und gleichzeitig weißt mich meine Kleidung hat ja auch so viel... Du sagst für dich ist es pure Ausdruck Der Individualität hat aber auch so viel mit Zugehörigkeit zu tun.

00:35:13: Gerade für Teenager zum Beispiel oder jüngere Menschen ist ja mega wichtig, dass ich wie weiß okay ... Mit diesem Code gehöre ich zu dieser Gruppe.

00:35:24: Weil ich suche dort irgendwie meine ... Ja wo gehöré ich hin?

00:35:27: Wo bin ich nicht zu Hause?

00:35:28: und...

00:35:29: Ja genau deswegen gab es dann die Panker und Buren und das waren die Hippies Genau.

00:35:36: Ja, das stimmt!

00:35:37: Wie würdest du denn sagen jetzt heute trägst du gar nichts mehr so sexy körperbetont hat sich das komplett bei dir verabschiedet?

00:35:46: oder wenn man dich jetzt auf ein Date einladen würde?

00:35:48: Würde man dich vielleicht doch im Minirock antreffen?

00:35:52: Ich frage für eine Freundin ne.

00:35:59: Nein das wäre dann auch wieder sehr sehr limitiert und exklusiv.

00:36:03: also ich habe tatsächlich noch einen Miniroc.

00:36:08: Wenn du mich auf ein Date einlädst, dann wirst du mich nicht in hohen Absätzen sehen zum Beispiel.

00:36:13: Du wirst dich nicht in einfach nur engen Kleiden sehen.

00:36:17: Einfach weil ich fühle mich so nicht wohl.

00:36:19: also ich fühl mich so... Ja das lenkt mich dann wirklich ab!

00:36:23: Dann kann ich ja gar nicht präsent sein mit dem was du mir jetzt vielleicht erzählst oder nicht erzählste oder mit unserer Chemie oder Nichtchemie.

00:36:33: Ich finde es sehr faszinierend deswegen weil sich das so ändern kann.

00:36:37: Und ich frage mich, was braucht es dazu?

00:36:39: Dass es sich ändert.

00:36:40: Dass man sich so bewusst wird, hey, was macht diese Kleidung mit mir?

00:36:43: oder was macht allgemein mein Aussehen?

00:36:45: Es ist ja nicht nur Kleidungen, es ist auch... Ich mache mir die Nägel oder ich gehe mir die Wimpern machen und ich mach Extensions oder bei den Männern vielleicht das... Mache meine Haartransplantation oder sowas endet es.

00:36:58: Und wahrscheinlich kommt es wieder zurück auf unser Allgemein immerwährendes Thema.

00:37:03: auf dieses Aufmerksamkeit Weiß ich selbst sein, präsent sein.

00:37:09: Teil von dieser Befreiung für mich zumindest nicht weiß nicht ob du das ähnlich siehst ist auch das Erkennen von.

00:37:15: Das darf sich ändern.

00:37:17: also weiß ich darf Mein Kleiderschrank der Darf sich verändern und das ist wahrscheinlich jetzt nicht die letzte.

00:37:24: Also das wird nicht das letzte mal sein das geht wahrscheinlich weiter.

00:37:27: also je älter wir werden desto was weiß ich was.

00:37:29: plötzlich will Ich dann vielleicht nur noch mini Röcke anziehen.

00:37:33: Was weiß ich?

00:37:36: Ja

00:37:37: Also weißt du so, eben du musst nicht dein Leben lang die gleiche Sarah sein.

00:37:44: Das nervt mich immer so wenn ich das auf Social Media sehe dass und das musst du tragen damit du ab vierzig noch als attraktiv wahrgenommen wirst oder so dieses.

00:37:54: keine Ahnung diese Reglementierungen wieder wo man sich dann selbst auferlegt ab dem und dem Alter darfst du

00:38:00: So ein Schiissdreck.

00:38:02: Oder du hast diese Körperform, also trage ja das weil es besser aussieht und ich denke so Ja okay wenn du das willst aber eigentlich ist es egal, trage das was du dich wohlfühlst darin.

00:38:15: Was heißt denn schon Besser-Aussied?

00:38:17: Ebenes geht immer darum Schlanker ja nicht sehen dass sich vielleicht keine Ahnung einen Bauch habe oder

00:38:22: X bei

00:38:23: whatever.

00:38:24: Come on!

00:38:27: Also ich meine es kann ja Sinn machen, dass man gewisse Vorzüge hervorhebt weil das auch Selbstbewusstsein gibt.

00:38:33: Ich finde zum Beispiel grad schminken.

00:38:34: Ich hab überhaupt kein Problem wenn sich Menschen schminken.

00:38:37: Ich bin Stylistin und habe diese Ausbildung gemacht, weil ich das cool finde.

00:38:41: What?

00:38:42: Make-up Artist und Stylisten bin ich noch...

00:38:44: Ich komm mal zu dir.

00:38:46: können wir mit Schminke spielen.

00:38:47: Ja,

00:38:48: weil es macht Spaß und das ist auch gerade wenn jemand wenig Selbstbewusstsein hat kann zum Beispiel so ein Make-up oder eine Typberatung.

00:38:56: Das kann wunderwirken aber es darf nicht die Maxime werden.

00:39:00: Es darf nicht sein nur mit dem bin ich ganz oder schön oder was?

00:39:05: Eben genau Hast du denn noch deine Kleider von damals?

00:39:09: Oder sind die alle weg oder wie?

00:39:12: Ich habe einen großen Nachteil.

00:39:15: Ich bin eine Sammlerin und ich kann mich

00:39:18: wirklich nicht vorstellen.

00:39:19: Kannst

00:39:19: du irgendwie noch danken?

00:39:20: Ja,

00:39:21: ich verknüpfe Dinge emotional und dann... Und ich habe schon viel noch.

00:39:25: Also ich war so ganz aktiv in der Fünfzigerjahreszene und ich hab da ganz viele Originalkleidung getragen aus den Vierzigen bis Sechzigern Jahren und da habe ich schon noch einiges und das ist so schön aber ich kann das ja nie tragen.

00:39:37: Das ist eigentlich wirklich... Ich habe so einen Seitenkleid aus den vierzigern.

00:39:41: Es ist wie für mich gemacht!

00:39:42: Aber wann will ich es

00:39:43: tragen?!

00:39:44: Also, für die nächste Podcast darf ich... Ja.

00:39:47: Also machen wir ab!

00:39:48: Du so Minirock und ich komm in einem Vierzigere-Jahre-Kleid.

00:39:52: Wir ziehen unsere besten Kleider an fürs Texte.

00:39:56: Also das find' ich schon.

00:39:57: wieso nicht?

00:39:58: Man darf sich ja eben... Es ist wirklich schwierig.

00:40:03: Nicht zu fest, aber man darf sich auch mal schön machen.

00:40:07: So ist es ja nicht.

00:40:07: Ja klar!

00:40:08: Aber wie die Frage kommt das quasi aus so einem inneren Wunsch, authentischem Whatever-Heraus?

00:40:15: oder habe ich das Gefühl eben weil jetzt dass ein Tass ansteht muss ich so und so aussehen?

00:40:22: Und mein bester Freund, Cyril.

00:40:25: Hallo Cyril!

00:40:25: Er heißt Cyrill Andreska.

00:40:27: Ein

00:40:29: bisschen Werbung heute für unsere Freundinnen und Freunde.

00:40:31: Er ist

00:40:31: der Innenarchitekt bei einem der bekanntesten Innenarchitekturbüros der Schweiz.

00:40:38: Sein Sinn für Ästhetik, sein Auge für Schönheit ist hochgeschult.

00:40:46: Fast das Allerwichtigste, dass er gut aussieht.

00:40:49: Dass er sehr gut gekleidet ist und ich sehe einfach wie viel Effort, wie viel Anstrengung da reingeht.

00:40:56: Und ich denke jedes Mal nein!

00:40:58: Ja, danke!

00:40:59: Also ich bin auch zu faul.

00:41:02: Mir hat es mit dem zu tun und dann drückt die Hose da weil sie so eng ist, weil das Fiddley muss betont werden.

00:41:07: Dann kann ich nicht richtig absitzen und wenn ich ein

00:41:10: Zwieback zuviel

00:41:11: esse, dann ist sowieso ... Nee... Das wird ein bisschen anstrengend

00:41:16: Und wenn es uns ja im Kern darum geht, also ich glaube da geht's uns beiden darum.

00:41:22: Im Kern gehts uns darum irgendwie in diese Freiheit zu leben, in der Freiheit aus dieser Verbindung zum eigentlichen, zur Präsenz und ein zwick in den Hosenbund hat irgendwie nicht so Platz da hinten.

00:41:43: Ja, also mich würde ich jetzt noch unternehmen wie es den Zuhörnern geht.

00:41:46: Was sind denn eure Kleidungsstücke dir gerne tragt?

00:41:50: Und wieso tragt ihr die Gerne?

00:41:51: Also was ist die Motivation?

00:41:54: und vielleicht auch gibt's irgendeine Berufskleidung, die er tragen muss?

00:41:57: Das finde ich auch.

00:41:57: eben wenn man so muss... Wenn man sich so uniformieren muss!

00:42:01: Wie sieht das dann im Alltag aus?

00:42:04: in privaten?

00:42:05: Erzählt uns doch davon

00:42:08: Mega, gell?

00:42:08: Und ob

00:42:08: ihr Kontakt an reflepp.ch?

00:42:10: Genau.

00:42:10: und ob ihr Lila im Minirock sehen wollt und mich in vierziger Jahre kleiden.

00:42:17: Ja nein!

00:42:17: Das stimmt ab.

00:42:20: Daumen hoch!

00:42:27: Sarah Staubbard aus dem Gespräch mit mir.

00:42:29: Lila Sutter Wenn ihr uns eine Bewertung hinterlassen mögt für Holim Barid wo auch immer ihr diesen Podcast gerade hört sind wir unendlich dankbar denn das hilft anderen auch uns zu finden.

00:42:42: Danke fürs Zuhören und bis in zwei Wochen.

Über diesen Podcast

Holy Embodied ist ein Podcast, der behauptet: Es ist an der Zeit, den Körper wieder in die Kirchen zu bringen. Oder anders gesagt: Es ist an der Zeit, den Körper als fantastisches Tor zu jeglicher Form von Spiritualität wieder zu entdecken. Gerade in unserer evangelisch-reformierten Tradition, wurde die Form des Menschen lange genug ignoriert und nur auf den Verstand gesetzt. Viele von uns leben ausschliesslich im Kopf, im Denken – und vergessen den Körper, der nicht nur dazu da ist, unsere Gehirne umherzutragen. Wir finden, das reicht jetzt und leuchten aus, wie und warum unsere Körper der einfachste Weg zu Gott sind. Und was es letztlich heisst, „Holy Embodied“ in seiner ganzen Radikalität zu leben. Auf dieser Entdeckungsreise sind wir nicht-konfessionell, interreligiös und undogmatisch unterwegs. Gespräche zwischen Leela Sutter und Patrick Schwarzenbach, Reportagen und Expert*innen aus diesem weiten Feld dienen uns als Kompass für diese Reise.

von und mit Leela Sutter, mit Patrick Schwarzenbach

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