Holy Embodied: ein RefLab-Podcast

Holy Embodied: ein RefLab-Podcast

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:16: Das Bild einer spirituellen

00:00:17: Person

00:00:18: mit einem etwas verklärten Blick, Mahlas

00:00:21: diese

00:00:22: indischen Gebetsketten um den Hals

00:00:25: vielleicht in weiß

00:00:26: gekleidet und immer etwas abseits der Welt.

00:00:30: Das ist ein Bild das wir bei Holy Embodied nicht vertreten.

00:00:34: Die gelebte Mystik oder die verkörperte Spiritualität so wie ich, so wie wir sie hier verstehen hat immer auch ganz viel somit in der Welt der Weltlage, so wie sie ist

00:00:47: zu tun.

00:00:48: Das wird nicht ausgeklammert, das wird nicht ignoriert und nicht irgendwie weggedrückt sondern es genauso Teil of an Art unsere Praxis

00:00:56: wieder sitzen

00:00:57: in der Stille.

00:00:58: Und darum habe ich heute einen Gast eingeladen, der vielleicht auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich scheint für Holim Badid denn er spricht

00:01:05: nicht

00:01:06: über

00:01:06: seine Spiritualität

00:01:08: oder seine Einheitserfahrungen sondern ergibt uns einen tiefen Einblick in eine Zone, in einer Gegend der Welt wo seit Jahrzehnten wieder Krieg

00:01:18: herrscht.

00:01:19: Es ist Moritz Hagi – er ist Doktorand für ein naher Oststudien an der Uni Basel und Rapper als M zum O-Rapter über den Krieg in Gaza, über sein Ja in Palästina und die Ungerechtigkeit, die

00:01:31: er dort beobachtet

00:01:33: hat.

00:01:33: Seine Musik sei seine Art, Eindrücke und Gefühle ja sein Leiden auch über die Situation zu verarbeiten.

00:01:40: Auf eine wie er sagt sehr körperliche Weise.

00:01:43: Letzten Monat ist sein neuestes Album CISUS herausgekommen dass ihr überall dort hören könnt wo es Musik gibt!

00:01:50: Und wer keine Folge von Hollywood verpassen möchte kann uns auf denselben Plattformen abonnieren.

00:02:22: Hey, wie geht's dir aktuell so ganz persönlich?

00:02:25: Die Welt scheint irgendwie einfach zu brennen.

00:02:28: Überall ... ja!

00:02:30: Raplitz?

00:02:31: Also aktuell jetzt sitze ich gerade in meiner Wohnung in Zürich und sehe auf den Garten und auf dem blauen Himmel.

00:02:39: Und eigentlich gebe es wie wenig, also wäre das ja eigentlich ein Grund warum es mir gut gehen sollte.

00:02:46: Tut es natürlich irgendwie auch.

00:02:48: aber ich würde eher sagen mein Leben ist dann oder ich fühle mich wie ein bisschen in einer Dualität zwischen dem sehr angenehmen Leben in der Schweiz.

00:03:00: Jetzt für mich zumindest, ich sage nicht das für alle Leuten der Schweiz angenehm ist aber für mich ziemlich angenehme in der schweiz und dem was sich halt selber gesehen habe In palestina und was ich auch nach wie vor halt selber sehe auf social media oder auf videos und fotos von freunden oder erzählungen von freundinnen und freunden von da.

00:03:23: und daher würde ich eher sagen es zu ein bisschen eine dualität wo die zwei Gegensätze, die dann auch Dissonanzen auslösen.

00:03:32: Wo man sich so fragt wie kann das eigentlich gleichzeitig existieren?

00:03:35: Dass das etwas ist, dass mein gegenwärtigen Gemütszustand sehr prägt.

00:03:40: Hat es für dich dann diese Dualität auch einen körperlichen Aspekt?

00:03:45: Also ich finde mir persönlich macht immer diese Weltlage all die Kriege... Es macht mich ganz körperlich gibt es so ein Unwohlsein.

00:03:56: Und klar kann man das... Also vielleicht klingt es ein bisschen, keine Ahnung, doof das zu sagen während andere körperlich ganz versehrt werden.

00:04:04: weißt du ich meine?

00:04:05: Aber es ist so in meinem Bauch dass sich so zusammenzieht wenn ich irgendwie ja die Nachrichten lese.

00:04:14: Ja!

00:04:15: Ich würde sagen schon, ich merke das schon auch und so darum habe ich auch angefangen so bewusster zum Beispiel Joggen zu gehen oder Sport zu machen.

00:04:23: Oder auch ein bisschen so bewusst in mich zu ernähren, einfach weil ich so merke okay was sich in den sozialen Medien sehe Was in Palästina passiert?

00:04:34: Was in anderen Gebieten passiert?

00:04:36: Eben im Iran Und ich war auch zum Beispiel in Kurdistan In Syrien, in Russia war im Januar dieses Jahr.

00:04:42: Was so da passiert das kann ich irgendwie nicht ändern direkt und das ist ja unmacht.

00:04:47: aber was ich ändern kann is wie mein Körper sich fühlt, zum Beispiel.

00:04:52: Wenn ich jetzt alte Rennen gehe dann fühle ich mich der Nacht besser und das ist etwas was ich sehr autonom verändern kann und vielleicht mache ich es jetzt auch mehr.

00:05:00: deswegen weil es so ist.

00:05:02: okay da kann ich noch etwas machen.

00:05:05: Ja... Es ist eine Art von dir mit all dem umzugehen.

00:05:13: du hast ja auch in den Jahren im Westjordanland gelebt oder?

00:05:19: Ja, genau.

00:05:20: Für meine Doktoratsforschung war ich ein Jahr lang da und habe mit verschiedenen palästinensischen Communities gelebt im südlichen Teil des Versionenlands in Masafariata.

00:05:31: Das ist ein sehr ländlicher Teil, wo auch dieser Film No Otherland her ist, der den Oscar gewonnen hat.

00:05:37: Ich war in Bethlehem in einem Flüchtlingslager und in Asariya.

00:05:41: das ist so ein Ort.

00:05:42: Vielleicht gerade bei kirchlichen Hörerinnen interessant, aber bei uns heißt dieser Ort Betanien Und das ist ja da, wo Jesus den Lazarus sozusagen wiederbelebt hat.

00:05:51: Das ist ja das letzte Wunder Jesu habe ich gelesen.

00:05:56: Aber noch

00:05:56: gibt es das Weis, dass das Letzte nicht hätte

00:05:58: jetzt noch gewusst?

00:05:59: Ja, doch als ich da war, hat es mich interessiert weil ich hab da gelebt und fünfzig bis hundert Meter von diesem Lazarus Grab halt und dann habe ich mich halt schon auch informiert um vor allem eben weil diese Diskrepanz zwischen in unserer westlichen Fantasie nimmt dieser Ort irgendwie einen wichtigen Platz ein, eben wegen dieser Geschichte aus der Bibel.

00:06:21: Aber in der Realität ist es dieses Grab fünfzig Meter von der Trennmauer entfernt und also die Trennenmauer steht zwischen Lazarus Grab und al-Jerusalem so.

00:06:32: Und ich fand auch das zu einer Diskrepanz, die mir dann auffiel.

00:06:34: aber overall bin ich wohnte in diesen drei Orten eine Jahr lang.

00:06:40: Also auch dort hast du viel von diese Dualität, die du vorhin beschrieben hast Erlebt.

00:06:46: Was würdest du sagen?

00:06:47: Wie hat dich das geprägt?

00:06:49: jetzt auch, ja wahrscheinlich nachhaltiger als bloß in der Zeit in der du dort gewohnt hast?

00:06:57: Also ich würde sagen die Dualität ist eigentlich eher ein Phänomen dass sich hier erlebe wenn ich in der Schweiz bin weil wenn ich als ich in Polestina war natürlich so diese, was ich jetzt angesprochen habe mit ja diese Geschichte, biblische Geschichte und so.

00:07:12: Aber das ist dann ja im Alltag für mich nicht so zentral.

00:07:15: Das ist einfach interessant gedanklich.

00:07:17: aber jetzt von der Gefühlslage her da hatte ich eigentlich diese Dualität weniger weil es war halt einfach nur eine Realität.

00:07:26: also beziehungsweise meine Realität rein physisch in dem Moment war halt auch diese Besatzungsrealität diese Apartheid-Realität Investoren an Land.

00:07:37: Deswegen fühlte ich mich vielleicht auch ein bisschen weniger schuldig oder unmächtig demgegenüber, weil ich zumindest meine Freundinnen mit ihnen zusammen sein konnte und in Zeit verbringen konnte als all diese schlimmen Sachen passierten.

00:07:54: Und ich würde sagen so die Qualität hat sich eher erst bemerkbar gemacht, als ich wieder hier war Als ich dort war, wenn schlimme Dinge passierten, Siedlerangriffe oder so willkürliche Verhaftungen von Palästinense innen.

00:08:12: Dann hab' ich mit meinen Freunden darüber, die haben mir davon erzählt und wir haben dann... Also ich habe auch keine Lösung natürlich dieten können für irgendetwas aber einfach schon der Fakt dass sich körperlich oder physisch nah wie am gleichen Ort waren hat das schon einfacher gemacht irgendwie naja oder das auszuhalten.

00:08:31: Oder man hat dann gedacht, ja wann ist es irgendwie hier?

00:08:34: Und jetzt wenn ich in der Schweiz bin und ich sehe das auf Instagram oder so und dann schreibe ich meinen Freunden da, dann frage ich mich manchmal was soll ich eigentlich schreiben.

00:08:43: Es tut mir leid, I'm sorry, keine Ahnung, das bringt ja auch nichts.

00:08:47: Das hören Sie auch tausend Male und dann fühle ich mich auch fast ohnmächtiger, wenn ich eben wie in dieser Sonnenseite lebe aber die Schotten-Seite halt mir sehr präsent ist.

00:08:59: Und das auch vielleicht noch zu deiner Frage bezüglich, wie es mich verändert hat nachhaltig.

00:09:04: Also sicher dass ich will halt irgendwie die Sachen, die ich gesehen habe, halt selbst meine Verpflichtung an sie jetzt diese halt wie klar zu benennen Auch wenn Leute da hier in der Schweiz manchmal als radikal empfinden.

00:09:19: Ich mache's nicht weil ich radikal sein will um irgendwie etwas zu beweisen gegenüber den anderen hier Sondern mehr um einfach zu sagen Jo, das hab' ich halt gesehen und es ist nicht radikal.

00:09:29: Und was ich eher radikal finde, ist der Fakt, dass man es dann gleich abstimmt und so.

00:09:33: Weil irgendwie... Es ist ja interessant warum darf man jetzt das nicht sagen?

00:09:36: oder warum ist das jetzt wie das Störtigen wie unsere Erzählung der Welt halt?

00:09:42: Aber darum find' ich's umso wichtiger und mit meiner Privilegierung ist das für mich sehr stark als Verantwortung an, hat das denn auch zu machen.

00:09:50: Das ist ja auch etwas, was du sehr öffentlich machst in deinen Texten zum Beispiel also heute Morgen einen.

00:09:58: Man sagt wahrscheinlich nichts sagen.

00:10:00: Ein Track von deinem neuesten Album gehört parallel Welt, was eben genauso die Absurdität beschreibt und da sind die Kinder in den Trümmern und wir sind hier und es geht alles gut und irgendwie so.

00:10:20: ja und wie schlaftest du noch in der Nacht?

00:10:24: Du äußert dich sehr öffentlich zu diesem Konflikt.

00:10:29: Wenn du sagst, es gibt die gewisse Dinge, die darf man fast nicht sagen oder die provozieren was meinst du denn damit?

00:10:35: Also ich meine zu sagen eben da Kinder leiden und uns geht's gut das ist ja jetzt noch nicht ultra radikal.

00:10:43: Ja gut also jetzt im Fall von Palästina sage ich immer wieder so gibt es eigentlich diese drei absoluten Reizbegriffe in der Schweiz.

00:10:54: Und ich finde, alle diese Begriffe sind zutreffend aber sie werden direkt als eben so... die Begriefe sind Genozid, Apartheit und Ziedler-Kolonialismus.

00:11:05: Ich finde, diese Begriffen im Gaser passiert ein Genozide.

00:11:08: In den Messionen lang gibt es AparTheit.

00:11:10: man kann auch sagen dass es in ganz Palästina Israel Apar Thei gibt.

00:11:14: Der Zionismus also der Stadt Israel ist ein Ziederkoloniales Projekt.

00:11:17: Diese Sachen habe ich in zehn Jahren Forschung nicht zuerst angenommen.

00:11:22: Ich war in der Regel eben auch sehr, sehr zögerlich und sehr kritisch und skeptisch gegenüber diesen Begriffen weil ich eben auch dachte zuerst naja das hieß denn Diskurs auf und das stimmt schon.

00:11:36: es hieß dann Diskurs vielleicht schon auf aber Vielleicht ist es auch nötig dass es ein Diskurs Aufhützt.

00:11:41: Weil für mich war es jetzt so dass sich je länger ich zu Parasitina vorstehe Je längere ich da lebte Und ich muss auch sagen was ich ihn auch mal in Israel lebte als ich für die schweizerische Botschaft gearbeitet habe da, dass ich auch hebräisch gelernt hab.

00:11:52: Also das ist jetzt nicht so, dass sich nur irgendwie eine einseitige Forschung betrieben habe aber dass ich halt je länger je mehr finde diese Begriffe sind analytisch und akademisch zutriffend in der Wissenschaft.

00:12:05: in großen Teilen der Wissenschaft vielleicht nicht im deutschsprachigen Raum oder sonst wo im englischsprachenden Raum zum Beispiel sind diese begriffe mittlerweile auch von der Mehrheit der wissenschaft während die so akzeptiert oder getragen.

00:12:19: und ich finde, ich finde naja gut eben warum ist es dann?

00:12:23: also das sind so die begriffen.

00:12:24: wenn ich sie sage dass das immer also wenn ich die sage ich bei mir ist es vielleicht weniger ein problem weil ich die begriffe halt auch akademisch untermauern kann so wir kommen schlecht anlassen aber viele leute sagen lassen dann werden sich angegriffen.

00:12:37: und na ja ich sag nicht dass man mit diesen Begriffen jetzt einfach völlig so sorglos umgehen sollte, sollte man nicht.

00:12:45: Man sollte sie schon präzise verwenden.

00:12:48: aber der Fakt dass es bei uns so ein großes Unbehagen auslöst finde ich sagt eigentlich mehr aus über unsere Erzählung der Geschichte und der Gegenwart in der Schweiz und den Deutschland und im Westen als es aussagt über die tatsächliche Tatsächlichen Sachverhalten.

00:13:05: wir in Palästina Und das ist etwas für mich was wirklich Als meine Aufgabe ansehe, eben mein Name ist Moritz Hegius.

00:13:14: Es ist ein sehr schweizerische Name.

00:13:16: Schweizerdeutsch ist meine Muttersprache.

00:13:18: Ich bin in gut situierte Verhältnisse reingeboren In eine sehr schwizerische Familie und das gibt mir sehr viele Legien.

00:13:24: Und ich finde genau wegen dieser Privilegierung muss sich halt auch diese Dinge klar benennen weil ich weiß... ...ich habe auch Freunde die haben halt vielleicht arabische Namen.

00:13:33: Die können zwar genauso gut SchweizerDeutsch wie ich und sind hier aufgewachsen aber wenn die diese Begriffe sagen dann werden sie viel eher Angegriffen.

00:13:43: Ja und ich meine du hast natürlich dann schon auch, wie soll ich sagen mit deinen beiden Brillen?

00:13:49: oder du hast die Perspektive vom Forscher von Wissenschaftler und daneben eben auch die andere, sag jetzt mal die kreative, die mit Texten vielleicht auch provoziert oder Dinge benannt so wie sie sind, wie du sagst?

00:14:02: Ich finde die zwei Sachen also Kunst und Wissenschaft haben ja manchmal auch andere Ziele

00:14:07: Nicht

00:14:09: Ziele, aber andere Macharten.

00:14:11: Absolut!

00:14:11: In der Wissenschaft muss ich jede Aussage belegen mit Zitaten und Fakten also mit Quellen Und im Rap halt nicht.

00:14:21: Ich genieße das auch.

00:14:22: Manchmal kann ich im Rap auch gewisse Sachen klarer sagen oder emotionaler sagen.

00:14:27: Also für mich persönlich ist ja die Musik dann eigentlich auch eine körperliche Aussöhnung mit mir selber.

00:14:37: Annamen ist auch deine Musik, deine Texte.

00:14:41: Das muss ja auch ein großes Ventil sein um all diese Dinge zu verarbeiten weil das einfach so dinnenpalte und irgendwie dann nur darüber nachzudenken dass das frisst dich irgendwann auf?

00:14:56: Ja also meine Therapeutin findet auch es ist super, dass ich Musik mache.

00:15:01: Es ist für mich sehr therapeutisch und es ist kein Zufall Mein größter Wurf in Anführungszeichen als Musiker, als Rapper jetzt kam.

00:15:12: In dieser Zeit halt nachdem ich in Palestina war und... Ich bin zwar aus Palestina aber was die Kontakte und die Freundschaften, die ich mir da aufgebaut habe, die gehen ja nicht einfach weg.

00:15:23: Und wenn meinem Freunden da etwas passiert dann betrifft es mich auch.

00:15:27: Also das betriffte mich emotional.

00:15:29: Ja klar!

00:15:30: Du bist ja viel direkter involviert als jetzt jemand, keine Ahnung wie ich.

00:15:33: Die einfach da mal eine Zeitungsartikel oder so... Also ich meine, du bist da auch in den Alltag der Menschen die dort leben, viel näher dran?

00:15:46: Ja und ich glaube man sieht sie dann halt einfach auch mal als Mensch.

00:15:49: wenn man halt da war und im Alltag mit ihnen gelebt habe Und ich mein mit meinen besten Freundinnen aus Palästina red ich jetzt nicht die ganze Zeit über Politik und darüber, wie schlimm die Lage ist.

00:16:01: Sondern wir reden über halt das was... Das was halt FreundInnen miteinander darüber reden, all den Dingen wie so das Leben, Dating Wie es bei einem Job geht Was es für Jobangebote gibt So wie's der Familie geht.

00:16:15: Und ich finde dass es ja auch Ich glaube das macht mich als Rapper der Weil ich rappe ja schon über Paläestina Aber ich rappte ja auch vor allem über Meine Erfahrung in Palästina und wie es für mich war, also durch meine Augen und dann zu erleben.

00:16:33: Und auch diese Menschen halt einfach als das zu zeigen was sie sind und zwar haben wir als Menschen mit ganz vielen verschiedenen komplexen Seiten, wie wir halt auch und ich glaube dass gibt's ein bisschen vielleicht sogar auf beiden Seiten.

00:16:46: Für die einen sind das halt die schlimmen Terroristen die den Tod lieben und sich eigentlich alle in der Luft jaugen.

00:16:53: Also ich übertreibe natürlich, aber das sind jetzt schon die Klischees da mit denen Polizistenz erinnert entmenschlicht werden.

00:16:59: Und auf der anderen Seite habe ich das Gefühl werden diese Menschen dann manchmal auch auf ein Podest getan oder gesagt wie das sind es die sinnbildlichen Freiheitskämpferinnen?

00:17:11: Das ist natürlich nicht das gleiche wenn ich nichts sage ob beides reduziert Die Menschlichkeit etwas oder ganz wenig und für mich sind das einfach Menschen, die... ja also es ist nur weil jetzt mein bester Freund da von Siedler kolonialen Strukturen unterdrückt wird und sein Land weggenommen wird heißt es nicht dass jede seine Ansicht über alles auf der Welt großartig ist.

00:17:38: Weil das wäre ja nicht menschlich.

00:17:39: ich sage auch nicht, dass jede meine Ansicht für die Welt für jeden großartige zu wahrzunehmen ist und ich glaube das war für mich vor allem wichtig, dass ich die Menschen als Menschen sehe.

00:17:51: Die halt ja ein voller Mensch ist so nicht eine Projektionsfläche für meine Befreiungsfantasien oder was auch immer.

00:17:59: Ja genau das wollte ich jetzt gerade sagen weil entweder beides abstempeln zum eben zu diesem verklärten Freiheitskämpfer der Freiheitskämpferin zu bösen Terroristen, das ist beides einfach meine Projektion.

00:18:12: Das hat überhaupt nichts mit der Realität zu tun und ich finde es ist etwas was total vergessen geht dass auch mitten im Krieg auch wenn irgendwie da Bomben fallen und alles zusammen... Es ist trotzdem ein wie soll ich sagen?

00:18:28: Das Leben dort, es ist trotzdem einfach ein Menschenleben.

00:18:31: also weiss ich mein die Menschen müssen essen ja dann auch irgendwie oder sie müssen irgendwie ihre Wäsche waschen Keine Ahnung, dass sie sich um Internet kümmern.

00:18:41: Also so völlig banale Sachen.

00:18:43: Aber

00:18:44: es ist eben die Struktur... Es gibt wie das Individuum und es gibt eine Struktur.

00:18:48: Und ich persönlich bin der Meinung, dass die Strukturen leider viel wichtiger sind weil die Structure Politik ist.

00:18:54: Struktur und Machtverhältnisse sind Struktur.

00:18:58: Das jetzt mein Freund in Masafriata, dass er da kein gutes Internet hat aber die Siedler Völkerrechtswidrig fünfhundert Meter weiter wegleben, die haben Fünf-G und Wasser.

00:19:10: Das ist die Struktur.

00:19:11: Da muss ich auch sagen... Natürlich jeder Mensch ist eigentlich gleich als Individuum und jeder verdient Empathie.

00:19:21: aber wir Menschen leben halt auch in einer Struktur Und diese Struktur ist manchmal auch außerhalb unseres Einflussbereichs.

00:19:31: Genau wie wir nicht wählen können wo wir geboren sind Wir werden auch in Strukturen herangeboren.

00:19:37: In unserer Gesellschaft gibt es das auch ein bisschen vor, wie die Struktur ist.

00:19:43: Absolut ja!

00:19:44: Aber eben auch wenn die Struktur dann so verletzlich oder angegriffen wird... Es ist ein Ausnahmezustand.

00:19:52: und aber im Ausnahmezustand... Ich weiß nicht, wie ich das gut beschreiben kann, aber auch dort drin herrscht eine gewisse...

00:20:00: Normalität meinst du?

00:20:01: Ja,

00:20:02: ich habe jetzt gezögert das Wort zu gebrauchen.

00:20:04: Aber ich glaube es stimmt schon eben nicht einfach dass man dann nur noch... Natürlich!

00:20:09: Du wartest ja da nicht einfach nur irgendwie die nächste der nächste Angriff kommt.

00:20:14: also wie soll ich sagen das Leben geht weiter und ich hab das in der letzten Folge mit Sarah, mit meiner Kollegin haben wir über das Leben gesprochen so als Lebenskraft und wie trotzig sie auch sein kann.

00:20:27: Ich weiß nicht, ob du das selbst beobachtet hast.

00:20:29: Aber vielleicht kommt dieser Trotz genau in diesen Situationen mega zum Vorschein?

00:20:37: Mega als ich würde sagen natürlich der Ausnummerzustand wird zum Normalzustand aber dadurch eben... Du hast gesagt man ist da nicht da und wartet auf die... dass es eskaliert!

00:20:49: Ich würde sogar sagen Man wartet noch viel weniger darauf.

00:20:54: Und dann kann ich auch ein Beispiel bringen also jetzt in Massapheriat.

00:20:58: In Massafriata ist eben dieses Gebiet, wo es viele Siedlerangriffe gibt eigentlich fast jeden Tag und das Militär hilft den Siedlern etc.

00:21:04: Und da gibt's halt auch ausländische Präsenz von so Freiwilligen die halt dahingehend um Protective Presence zu machen also die Schäfer zu begleiten in der Hoffnung dass es weniger riskaliert ist drunter kommen sozusagen.

00:21:30: Und es war lustig, weil eigentlich ein guter Freund von mir der Palästinenser von dem Dorf da ist.

00:21:37: Der sagt immer so ja... Es ist so lustig wenn die kommen aus Ländern wo der Normalzustand normal ist also Schweiz oder USA oder England oder einfach westlichen Ländern und dann kommen sie und sind extrem motiviert für die die verhalten sich fast ein bisschen wie so.

00:21:55: Na ja, wie so Pfadfinder oder so Militär die dann so Einsatzpläne und wir sind nicht hier um Spaß zu haben.

00:22:01: Wir sind hier irgendwie so eine Arbeit zu erledigen Und es geht schon danach ein bisschen... das ist White Saviourism drüber und mein Kumpel hat so etwas gesagt dass mir wirklich geblieben ist.

00:22:16: Ja eigentlich voll unnötig, dass sie immer so rein stressen.

00:22:19: Ich habe gesagt für uns usually we don't go look for the problems und die Probleme kommen zu uns.

00:22:28: Und das ist so ein bisschen traurig, aber es gibt auch dieses Konzept der Sumut im palästinensischen Widerstand.

00:22:41: Summut heißt Standhaftigkeit auf arabisch.

00:22:44: Das beschreibt wie du es angedeutet hast zu diesen Trots Dass man standhaft bleibt, egal was passiert.

00:22:54: Also eigentlich dass man wie sein Leben auch lebt und zwar so gut es geht selbstbestimmt Und mit Lebensfreude Auch wenn halt die Umstände in dem Fall bei Besatzung sind und Siedler-Kolonialismus.

00:23:10: Es gibt so viele Geschichten eben das Polyszenenzen an Checkpoints Karten spielen.

00:23:17: Ich will jetzt nicht romantisieren Ungericht, aber dass man sich halt irgendwie... Na ja.

00:23:25: Dass man halt dann sagt okay ihr könnt uns wie alles wegnehmen außer so unseren Willen hier zu bleiben und zu leben als wäre der nicht hier also als wären wir alleine hier.

00:23:35: Und das finde ich schon irgendwie habe mich schon sehr stark inspiriert.

00:23:40: Also ich hab auch eine IP zum Mut genannt deswegen die ich im Jahr zwanzig vierundzwanzig in Palästina war rausgebracht habe.

00:23:48: Das ist eben so, dass das Haus für zehnmal zerstört von der Armee und man baut es halt zehn mal wieder auf.

00:23:54: Und ich will das wirklich nicht romantisieren aber irgendwie ist es schon auch diese innerliche Stärke sehr inspirierend.

00:24:06: Was hast du denn das Gefühl?

00:24:07: Was gibt bei dieser Standhaftigkeit zu bleiben?

00:24:10: oder eben du baust dein Haus einfach wieder auf... Es klingt vielleicht so ein bisschen Sisyphos mäßig Du machst das einfach immer wieder, es wird immer wieder zerstört.

00:24:20: Was hast du das Gefühl?

00:24:23: Ich weiß nicht, hat das mit Hoffnung zu tun?

00:24:25: Hat das mit irgendwie Vertrauen zu tun dass die Menschen dabei bleiben?

00:24:31: Es gibt keine Alternative zu tun.

00:24:34: Es gibt häufig schon eine Alternative aber viele Leute könnten vielleicht schon in die Stadt ziehen.

00:24:39: Aber das ist ja auch genau das Ziel von Israel alle Poli-Sinenser in den Investionen einfärchen, damit das Land frei ist.

00:24:51: Ich glaube es hat wirklich sehr stark mit diesem Gefühl der Verbundenheit zum Land zu tun.

00:24:59: also ich habe auch in meiner Forschung als ich Interviews gemacht hab da war eigentlich meine erste Frage immer was verspürst du für eine Verbindung zu diesem Land so emotional und eigentlich also in Masafriata in diesem ländlichen Gebiet, wo die Leute von der Schafswirtschaft leben.

00:25:18: Da haben wir alle gesagt... also wirklich nicht wortwörtlich das Gleiche aber so paraphrasiert, haben wir euch alle gesagt ich bin wie ein Olivenbaum wenn du mich rausreißt dann bin ich tot.

00:25:30: Also wenn es im Sinn von wenn du dich in die Stadt nimmst und dich da leben musst, dann bin.

00:25:41: Also viele Leute haben wirklich diese extrem starke Verbundenheit.

00:25:45: Und ich glaube, deswegen haben... Ich glaube es ist auch irgendwie tief drin diese Gewissheit oder diese Überzeugung vielleicht eher die Überzeugungen das man zu dem Land gehört und dass man deswegen auch all was überstehen wird und vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, vielleicht auch nicht in Lebzeiten von der Person aber dann vielleicht in der nächsten Generation.

00:26:15: Also es ist fast schon eine irrationale Resilienz, weil man denkt ich könnte dir jetzt nicht sagen, wenn sie das Haus noch dreimal aufbauen, dann ist die Besatzung vorbei.

00:26:25: Safe nicht!

00:26:26: Es geht einfach... Es ist wirklich eine Art Sisyphusarbeit.

00:26:29: aber genau weil es so scheint objektiv macht es eben diese Resilienz, diese Standhaftigkeit fast noch beeindruckender weil sie eigentlich ein bisschen was irrational ist.

00:26:41: Das habe ich dann auch ein bisschen darüber zum Nachdenken gebracht, was ist für mich der Ort wo ich mich verbunden fühle?

00:26:47: Ich

00:26:47: habe mich hier nie

00:26:49: über das überlegt zuvor.

00:26:52: Und hast du plötzlich so einen tiefes Belonging zur Zürich, zur Schweiz gefunden oder gar nicht?

00:27:02: Zu Schweiz sowieso nicht.

00:27:03: Ich habe mir einfach so gedacht, wo bin ich aufgewachsen?

00:27:06: Okay in Bacherbilach also in der Aglo von Zürich und am Waldrand.

00:27:11: Und ich war dann einfach mehr so.

00:27:13: vielleicht ist es auch weil mein Wald blöcke sagt oder das Wald in dem ich halt spazieren ging und weil da nie ... Der wurde uns noch nie streitig gemacht.

00:27:24: So.

00:27:25: Ich glaube, deswegen überlegt man sich ja gar nicht.

00:27:28: Also Aber es war schon so, als ich zurückkam nach dem Jahr, bin ich dann mal in den Wald spazieren gegangen.

00:27:34: Als erstes und war dann schön auch so krass irgendwie.

00:27:37: Wäre das jetzt im Asafriata?

00:27:38: Dann wäre ich wahrscheinlich tot weil... Ich wär schoßen worden wäre wenn ich jetzt zu einfach so planlos und dann muss man halt genau wissen wo man hinläuft.

00:27:47: Wenn man zu nah an die Siedlung läuft, dann als Paulusinenser ist man halt wirklich ein Lebensgefahr.

00:27:54: Und ja, das war so vielleicht ein bisschen diese Dualität die mir dann auch wirklich sehr stark aufgefallen ist.

00:28:01: Aber es ist ja auch Interesse.

00:28:02: also ich forsche eben zu Siddler-Kolonialismus und Indigenität auch ein bisschen, das ist ja ein bisschen miteinander verbunden.

00:28:10: Der Begriff Indigene gibt's ja eigentlich... Also der bezeichnet ja vor allem Völker oder Menschen die halt Kolonialismus erfahren haben.

00:28:20: Darum ist es manchmal ein bisschen schwierig so jetzt bei Mir zum Beispiel.

00:28:25: Ich bin Indigen in der Schweiz, weil eigentlich der Begriff bezieht sich vor allem auf jene die ... Weil eigentlich die Kategorie eines Indigenen, die entstand ja jetzt natürlich durch das Leute kommen und sagen wir besitzen jetzt das Land und wir kolonisieren das Land.

00:28:38: Und von dem her ist noch so ein bisschen ein Disclaimer.

00:28:42: aber... Ja!

00:28:44: Jetzt sitze ich in Höng da ist meine Mutter her und es ist auch irgendwie ein Ort wo ich hier habe gelernt Fahrrad zu fahren.

00:28:53: Aber ja, zum Glück muss ich es nicht.

00:28:56: Zum Glück ist das für mich nicht so ein wichtiger Begriff wie meine Freunde dort weil...

00:29:00: Das

00:29:00: würde ja bedeuten dass irgendwie meine Situation nicht stabil wäre.

00:29:05: Ich finde es spannend was du sagst Dass der Begriff der Indigenität kommt eigentlich aus dem Problem quasi oder auch aus dem Ja doch aus dem problem vom Kolonialismus weil sonst gäbe es den ja gar nicht.

00:29:18: und ich habe mal vor ein paar Jahren versucht herauszufinden, wer waren eigentlich die Indigen in Schweizer hinten?

00:29:25: Vergiss es.

00:29:25: Keine Ahnung!

00:29:26: Ich habe nichts gefunden.

00:29:27: sofort im Kälte in Noborinos.

00:29:30: Einfach so kleine Klammerbemerkungen und dann das Empfinden dieser starken Verbundenheit mit dem Land... Das hat ja auch.

00:29:39: ich finde, das hatte eine ultraspirituelle Komponente.

00:29:44: So ein... Ich gehöre hier heben zu diese Erde.

00:29:50: Das kann ja schon auch irgendwie geschehen, wenn du nicht in einem Gebiet bist das so unmittelbar bedroht ist.

00:29:59: Also ich kenne das von mir selbst aus... Keine Ahnung!

00:30:02: Wenn ich in den Bergen unterwegs bin dann ist da eine klare Resonanz von hey, du gehörst einfach so härter her.

00:30:08: also müssen wir aus welcher Material gemacht die Berge noch nicht.

00:30:13: Gibt es andere irgendwie so spirituelle Dinge, die du beobachtet hast als du da ein Jahr lang in Palästina warst?

00:30:20: Die dir aufgefallen sind oder ist das einfach völlig quasi unter deinem Radar.

00:30:26: Na ja also die Religion spielt halt schon eine wichtige Rolle hier.

00:30:30: Ich war zum Beispiel in Massafriata als Ramadanbar und da habe ich schon gemerkt okay es ist ein bisschen anders wie vielleicht jetzt Weihnachten oder diese Weihnachtszeit bei uns.

00:30:39: Es ist halt irgendwie... Ja ich glaube eher die Leute sind vielleicht in dieser Zeit irgendwie offener für so spirituelle Überlegungen.

00:30:48: Aber da ich jetzt selber nicht so stark spirituell bin, würde ich sagen, habe ich das vielleicht eher wahrgenommen als so interessante Beobachtung aber also nicht etwas, dass mich auch mega abgeholt hat.

00:31:04: Und noch zu diesem Landding, wenn ich wandern gehe finde diese Connection mit der Natur schon auch etwas Schönes.

00:31:12: Ich finde es schwierig, wenn es so ist.

00:31:15: Die Berge sind ja einfach die Berge.

00:31:17: Aber wenn das dann heißt, dass es die Schweiz und darum ist die Schweiz jetzt nicht großartig, dann wird es schnell mal schwierig.

00:31:23: Ja nein, ich bin wirklich überhaupt keine Patriotin!

00:31:27: Und gleichzeitig eben ist da diese Verbundenheit zum Land?

00:31:32: Die ist irgendwie da, ohne dass ich das so eine Flagge oder eine Nationalität...

00:31:37: Also meinst du zum Land oder zu der Erde?

00:31:40: Mit Land meine ich Erde.

00:31:41: Entschuldigung, ja genau!

00:31:42: Ich meine die Erde, ich meine zu der Trecke.

00:31:44: Nein, nein, nein.

00:31:46: Okay, gut.

00:31:48: Aber was ich spannend empfinde, du sagst ... oder die Spiritualität interessiert dich nicht so.

00:31:52: Du hast jetzt aber auch ein paar Mal erwähnt wie sehr du dich ... Wie durch dein Privileg, aber auch gerufen fühlst irgendwie einzustehen und die Dinge zu benennen wie sie sind oder ich zu engagieren.

00:32:04: Gibt es da irgendwo doch so ein Gefühl von oder keine Ahnung einen Glauben an?

00:32:12: Wie soll man dem sagen?

00:32:13: das gute oder irgendwie zusammen können wir die Welt verbessern oder irgend sowas?

00:32:20: Ja, grundsätzlich schon.

00:32:22: Vielleicht definiere ich das einfach weniger als Spiritualität für mich sondern vielleicht eher so als Werte oder Überzeugungen.

00:32:29: aber ja sicher also... Ich denke ja ohne irgendwie so den Glauben an dass die Welt nicht komplett verloren ist Den habe ich schon und ohne den habe ich auch nicht angefangen.

00:32:40: Es wird mega

00:32:40: schwierig gut stehen morgen.

00:32:44: Ja, manchmal ist es auch ein bisschen ausdrott.

00:32:46: Also in diesen Zeiten wo eben die Welt wirklich Ich glaube, noch so schlimm daran ist wir noch nicht zu unseren Lebzeiten.

00:32:54: Ich glaube ich habe viele Leute so ein bisschen verfallen in diese... Sie werden sogar vielleicht depressiv weil deswegen so.

00:33:02: Also wegen der Weltlage und wegen dieses Gefühlstherumacht.

00:33:06: Und ich sage mir dann manchmal auch so Wenn ich jetzt aufhöre mit dem Dann gewinnen ja genau die Die ich eigentlich nicht gut finde oder die Nicht nur die Leute oder die Gruppen sondern auch diese Strukturen, die das recht stärkeren oder irgendwie so diese Machtdynamiken, die ich eigentlich nicht gut finde.

00:33:26: Die bleiben ja dann genauso erhalten und es ist nicht, dass ich alleine etwas ändern könnte aber sicherer als wenn ich gar nichts machen würde.

00:33:36: Und ich finde darum ist es auch wichtig so diese Resilien zu bleiben und halt einfach auch nicht sich... Manchmal kann man sich glaube ich auch bewusst mal eine Auszeit gönnen.

00:33:47: Ich glaube, da gibt es nichts Unethisches daran.

00:33:52: Das ist doch sogar wichtig!

00:33:53: Dann kann man zurückkommen mit mehr Energie und mehr Relan und man brennt nicht aus weil ich denke schon so bei diesem aktivistischen Milieu gibt das schon eine Gefahr des Burnouts.

00:34:03: Ja voll voll.

00:34:04: Aktivismus ist kein einfaches Feld.

00:34:06: oder was sind die Dinge?

00:34:08: wie können wir uns wirklich einsetzen?

00:34:10: Was können wir wirklich tun?

00:34:11: Ich glaube das ist eine große Frage und wir haben beide waren wir im letzten Jahr an der ersten Tagung von der Schule des Friedens, die dieses Jahr auch wieder stattfinden wird im Kloster Kappel.

00:34:23: Also das ist eine Form wie du dich engagierst und deine Öffentlichkeit könnte man sagen, ist auch ein Weg.

00:34:29: oder von deinem Engagement?

00:34:31: Oder geht es noch weiter?

00:34:34: Ich würde sagen die Musik und die öffentliche Arbeit sind jetzt für mich so eigentlich mein Hauptteil, also die Hauptkomponente meines Engagements, ich gehe schon auch an Demos zum Beispiel aber da auch eher als einfach passiver Mitläufer.

00:34:51: Also ich halte auch Vorträge, eben ich mache ja eigentlich wie Rap und beim Rap wird es sagen ist wesentlich aktivistischer als die Forschung weil den Rap mit dem Rap erreiche ich viele Leute.

00:35:04: jetzt habe ich vielleicht momentan habe ich etwa fünfzehntausend monatliche Hörerinnen auf Spotify was mega cool ist.

00:35:10: und bei der Forschung ist meine Schreib jetzt eine zwei bis dreihundertzeiten lange Doktoratsarbeit und die werden wahrscheinlich eins bis drei Leute lesen.

00:35:21: Heißt so, das würde ich jetzt nicht als ... Das ist wirklich Forschung!

00:35:26: Es ist nicht Aktivismus weil es ist nicht aktiv in der Öffentlichkeit aber es informiert natürlich mein Rap.

00:35:32: und als drittes eben ich gebe auch Vorträge überregen nicht meine Forschung aber diese sind dann natürlich so maßgeschneidert für das jeweilige Publikum.

00:35:43: Das ist eigentlich vielleicht fast die wichtigste Arbeit, so die wichtigsten Arbeit der Wissensvermittlung.

00:35:51: Weil im Rap kann ich ja nicht sagen Sider-Kolonismus und klassische Colonismus sind entsprechend unterschiedlich weil naja es geht halt nicht wegen der Form aber in diesen Vorträgen geht das halt sehr gut und ich glaube dass ist eigentlich fast das wichtigste Tool für die Bissensförmittelung.

00:36:07: jetzt von meiner Seite und ich habe das bei Parteien hab' ich das schon gemacht oder Sonstigen Gruppen, auch an Schulen habe ich schon solche Vorzeige gegeben.

00:36:17: Und ist beides Rap und Vorträge so etwas wie Aufklärungsarbeit?

00:36:22: Vor allem die Vortrege sind Aufklärungsharbeit.

00:36:25: Ich glaube es ist nicht aufklärungsarbeiten Rap in Estelineis sondern Es ist eher vielleicht ein Teaser.

00:36:31: Also ich hoffe dass das die Leute ein bisschen inspiriert um sich selber nach mir zu informieren Weil im Rap kann ich glaube ich nicht im gleichen Ausmaß Differenziert sein oder irgendwie Fakten.

00:36:45: Also natürlich sage ich auch Fakte, aber es ist ja eben beim Rap geht das mehr um diese... und so dieses Feeling, diesen Effekt auch.

00:36:56: Und ja, ich glaube eher vielleicht soll es die Leute eh ein bisschen agitieren, um sich zu informieren danach.

00:37:03: Ein

00:37:04: bisschen ein Poke in dem Fall?

00:37:08: Genau!

00:37:11: Vielleicht auch eben nicht nur Leute, die eh schon so mit Friedensarbeit oder ich weiss doch nicht der anti-imperialistische oder antikolonistischer Arbeit so involviert sind sondern auch Leute die vielleicht einfach Rap hören.

00:37:24: Weil das ist mir schon auch sehr wichtig dass die Musik gut ist, nicht nur der in Auto.

00:37:29: Das ist ja eigentlich fast wichtiger noch

00:37:34: Wenn wir ein Gespräch über die Weltlage, über Palästina, überall die Konflikte führen Ist es schon auch wichtig zu fragen oder zu hören jetzt vielleicht auch von dir.

00:37:46: Eine Frage, die viele, viele Menschen haben so dass okay und was können wir denn wirklich konkret machen?

00:37:50: Was bringt wirklich was?

00:37:54: Und was würdest du da sagen für meine Nachbarin im Dorf, für deine Nachbarn in Hönck?

00:38:01: Welche Antwort hast du dann?

00:38:04: Was bringt was?

00:38:06: Das ist eine schwierige Frage.

00:38:08: ich würde sagen nein mein So mein Bomo oder meine Motto dazu ist eigentlich eher, mach was du kannst und mach das auch wirklich.

00:38:20: Aber verzweifle nicht darüber, was du nicht alles machen kannst oder was außer deines Einfluss liegt.

00:38:27: Aber der erste Teil ist schon auch wichtig und es heißt Mach Was Du Kannst.

00:38:30: Es heißt Schau in Deiner Gemeinde oder in Deine Community.

00:38:34: Was kann man machen?

00:38:36: oder auch in der Schweiz, wir können ja abstimmen.

00:38:38: Also lässlich geht es ja um Handlungen.

00:38:41: und jetzt irgendwie ein Instagram-Post über Palästina machen ist jetzt halt eine Handlung mit sehr begrenztem Impact.

00:38:48: aber abstimmen zum Beispiel in der Schweizer oder sich politisch engagieren in der schweiz das kann je nachdem einen sehr großen Impact haben und natürlich kleiner.

00:38:59: Also in der eigenen Community kann man natürlich den größten Impact haben, den größtenden Einfluss.

00:39:03: Und ich finde diese Sachen, die kommen ja irgendwie auch... also das was wir im Palästina sehen Das ist hier auch einfach Rassismus, Kolonialismus.

00:39:14: Wir sehen auch Sexismus und diese Sachen und auch Kapitalismus, also auswüsse das gewisse Gewissen, also der Kapitalismus wieder zu sagen Die schlimmen Auswüsche zeigen sich halt noch ein bisschen schrecklicher in Situationen, wo es auch noch andere Diskriminierungsformen gibt.

00:39:35: Und ich glaube diese Sachen gibt das ja auch in der Schweiz.

00:39:37: Jetzt kommt dann dieser SVP-Initiative mit den zehn Millionen.

00:39:41: Das ist ja genau eigentlich die gleiche, so rassistische, so ethno-pluralistische im Sinne von halt wie so einen Volk, ein Land, bla bla bla... Also nur Schweizer in der Schweizer.

00:39:53: Das sind genau die gleichen Ideologien die eben ungerechte Situationen hervorbringen, also eben so die zum Faschismus führen.

00:40:01: letztendlich und ich glaube da können wir ja diese Sachen nicht ganz unverbunden.

00:40:07: Wenn jetzt Europa sich bewusst gegen eben so rassistische Tendenzen stellen würde dann würde es natürlich auch israelisch schwieriger finden alles zu machen.

00:40:16: aber natürlich wenn halt März zb in Deutschland sagt wir machen einfach wie stimmen eigentlich mehr oder weniger zu, was Israel macht.

00:40:24: Egal, dass sie machen das gleiche mit Kassis in der Schweiz und jetzt ein ganz schlimmster natürlich Trump dann fühlt sich Israel natürlich auch bestärkt um die schlimmsten Teile der Siedler-Konialen Fantasie auszuüben.

00:40:39: Und ich denke darum so wir sind schon nicht so machtlos wie wir meinen.

00:40:45: Natürlich können wir nicht verhindern, dass jetzt ein Siedl da einen Polissenenser angreift im Vesiodanland.

00:40:50: Aber wir können vielleicht, also in der Schweiz zum Beispiel und da haben wir auch an der Schule des Friedens, glaube ich letztes Jahr darüberhin geredet so.

00:40:56: Wie könnte man Druck auf Ignatio Cassis machen?

00:40:58: Den Außenminister damit zum Beispiel eben keine Waffen mehr oder keine Waffensysteme in Israel mehr verkauft werden und dann andere Staaten die halt Angriffskriege machen.

00:41:10: Ah Mann ja!

00:41:11: Ich meine da bist du dann an den Wurzel vom uralten Problem von diese Überzeugung von wie gegen die anderen und das geht dann... noch viel weiter.

00:41:21: Ich finde es mega wichtig, dass wir immer wieder darauf hinweisen eben gerade wenn's um auch Verkörperte und Spiritualität, wenns um das Mystik im Alltag geht... Es sind die kleinen Dinge!

00:41:33: Es ist wirklich jede alltägliche Handlung, die wirklich einen Unterschied machen kann.

00:41:39: oder vielleicht ist das der Kreis schließt sich zurück zu.

00:41:42: so Mut diese Standhaftigkeit von Hey und da stehe ich und da bin ich am Punkt So wie das auch Luther mal gesagt haben soll.

00:41:52: Ich stehe hier und kann nicht anders, also seine Thesen vor dem... ich weiß nicht mehr wem hätte zurückziehen sollen wahrscheinlich dem König.

00:42:02: Wie zum Beispiel Rosa Luxemburg mal darüber gesagt hat so eigentlich die revolutionärste Handlung ist immer noch einfach zu sagen wie es ist.

00:42:12: Hey danke vielmals!

00:42:14: Sehr gerne.

00:42:18: Moritz Hagi war das sein neuestes Album.

00:42:20: Sie sucht findet ihr unter anderem auf Spotify.

00:42:23: Ich bin Lila Sutter und werde das Thema Spiritualität,

00:42:27: die die Welt

00:42:28: nicht ausklammert sondern embraced, sondern

00:42:31: umarmt

00:42:31: quasi.

00:42:32: Auch in der nächsten Folge mit meinem Gespann, Lizara Staub nochmals etwas anderes aufgreifen!

00:42:38: Ich freue mich auf dieses Danke.

00:42:39: vielmals fürs Zulassen und bis in zwei Wochen!

Über diesen Podcast

Holy Embodied ist ein Podcast, der behauptet: Es ist an der Zeit, den Körper wieder in die Kirchen zu bringen. Oder anders gesagt: Es ist an der Zeit, den Körper als fantastisches Tor zu jeglicher Form von Spiritualität wieder zu entdecken. Gerade in unserer evangelisch-reformierten Tradition, wurde die Form des Menschen lange genug ignoriert und nur auf den Verstand gesetzt. Viele von uns leben ausschliesslich im Kopf, im Denken – und vergessen den Körper, der nicht nur dazu da ist, unsere Gehirne umherzutragen. Wir finden, das reicht jetzt und leuchten aus, wie und warum unsere Körper der einfachste Weg zu Gott sind. Und was es letztlich heisst, „Holy Embodied“ in seiner ganzen Radikalität zu leben. Auf dieser Entdeckungsreise sind wir nicht-konfessionell, interreligiös und undogmatisch unterwegs. Gespräche zwischen Leela Sutter und Patrick Schwarzenbach, Reportagen und Expert*innen aus diesem weiten Feld dienen uns als Kompass für diese Reise.

von und mit Leela Sutter, mit Patrick Schwarzenbach

Abonnieren

Follow us